AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Dank FinanzierungszusageWestLicht-Gründer Peter Coeln: Zukunft der Institution gesichert

Der Bund wird Subventionen die Subvention der Wiener Fotogalerie auf 100.000 Euro verdoppeln. Eine Rettung, die auch für Kritik sorgt.

PRESSEFUeHRUNG AUSSTELLUNG 'JULIAN SCHNABEL - POLAROIDS': COELN
Große Erleichterung für Peter Coeln: Das Bestehen der Galerie WestLicht scheint vorerst dank Finanzspritze des Bundes gesciihert. © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Zukunft des Wiener Fotomuseums WestLicht scheint gesichert - dank erhöhter Subventionen und trotz abermaligem Abspringen eines Großsponsors. Er habe Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein vor kurzem kennengelernt, und die Neo-Politikerin habe sich gemeinsam mit Kulturminister Alexander Schallenberg voller Sachkenntnis für das WestLicht eingesetzt, freute sich WestLicht Gründer Peter Coeln am Montag.

So habe Bierlein erwirkt, dass die Subventionen von Bundesseite für 2020 auf 100.000 Euro verdoppelt werden. Das sei für ihn eine ganz neue Erfahrung im Umgang mit der Politik, freute sich Coeln: "Ich war bis dato immer nur der Bittsteller." Gefragt sei nun der zweite große Subventionsgeber: "Jetzt ist noch offen, wie die Stadt Wien sich verhält."

Hier habe man stets auf eine Erhöhung von Bundesseite gedrängt, bevor man selbst nachziehe. Man sei hier im guten Einvernehmen, weshalb er hoffe, dass auch die Stadt ihre Unterstützung von 50.000 Euro erhöhe. Auch er selbst beteilige sich aus seinem Privatvermögen. "Mit den entsprechenden Sparmaßnahmen wird das WestLicht überleben", zeigte sich Coeln zuversichtlich.

Die Schließung der Galerie ist damit vom Tisch

Noch 2017 hatte der Fotopionier die Schließung der Institution in den Raum gestellt, nachdem Sponsor Leica sich zurückgezogen hatte. Zwar war Polaroid mit einer Zusage von bis zu 400.000 Euro in die Bresche gesprungen, aber auch dieser Großsponsor ist aufgrund einer Änderung im Management für kommendes Jahr schon wieder perdu. Dennoch wachse die Zahl der Besucher, ebenso die Einnahmen durch Fremdvermietungen. "Ich bin sehr positiv gestimmt", unterstrich Coeln, der auf 120 Ausstellungen in den vergangenen 18 Jahren mit über 1,1 Millionen Besucher zurückblicken kann.

Offen ist hingegen weiterhin die Frage, was mit der Sammlung langfristig geschehen soll. 2017 hatte Coeln angeboten, seine rund 120.000 Fotos sowie 22.000 Bücher umfassende Kollektion der Republik zu schenken - wenn diese im Gegenzug eine eigene Institution etabliere. Die sich darauf entspinnende Diskussion um ein eigenes Fotomuseum - möglicherweise am Standort Salzburg - führte bis dato noch nicht zu einem Ergebnis. "Wir sind hier in die Schlangengrube der Kulturinstitutionen geraten", so Coeln retrospektiv, der abermals betonte, weder eine Funktion in einer solchen Einrichtung anzustreben, noch seinen Namen verewigt sehen zu wollen.

Die guten Beziehungen zu Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein seien hier jedenfalls nicht entscheidend: "Ich glaube nicht, dass die vermutlich bis Jahresende amtierende Regierung solch ein großes Projekt auf Schiene bringen wird." Kritik an der Subventionserhöhung wird auch laut. Die Kunstkritikerin Almuth Spiegler hat in der Tageszeitung "Die Presse", die freihändige Verdoppelung der Subvention durch Bierlein moniert.

Die Optik ist deshalb etwas ungünstig, weil anlässlich von 180 Jahren Fotografie WestLicht ein Fest für die Geschichte der Fotografie veranstaltet hat. Für eine Sonderschau entstanden Aufnahmen mit dem Susse Frères Daguerréotype, dem wertvollsten Apparat der Galeriesammlung. Es ist die erste für die kommerzielle Nutzung hergestellte Kamera von 1834. Coeln fotografiert damit einige Prominente - jüngst auch Bierlein.

Coelns grandiose Daguerrotypie von Bierlein. Foto © Peter Coeln
Das Bundeskanzleramt stellte auf Anfrage der Kleinen Zeitung den Vorwurf als nicht stichhaltig dar: "WestLicht hat auf Ansuchen erstmals im Jahr 2018 eine Förderung erhalten. 2018 und 2019 wurden jeweils 50.000 Euro zugesagt. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation von WestLicht und dem drohenden Verlust wichtiger Sponsoren, wurden bereits seit Monaten – also noch vor dem Amtsantritt der jetzigen Bundesregierung – intensive Gespräche zwischen Peter Coeln und der zuständigen Sektion im Bundeskanzleramt geführt. Um den Fortbestand der national und international renommierten Institution nicht zu gefährden, hat das Bundeskanzleramt im Rahmen des Kunstförderungsgesetzes eine Erhöhung der Förderung für das Jahr 2020 in Aussicht gestellt."

Coelns Angebot an eine neue Bundesregierung, seine Sammlung in sichere Hände zu geben, stehe weiterhin, "wenn die Umstände passen". Und dazu gehört weiterhin: Der Standort Salzburg kommt für Coeln nicht infrage.

Die nächste Ausstellungseröffnung von WestLicht: Ab 6. September zeigt man die World Press Photos 19.

Infos: www.westlicht.com

 

 

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren