Forscher hatten die Leiche des Oberhaupts, genannt Yidinji Ancestral King, laut Kunstministerium 1876 bei einer Bestattungszeremonie im Gebiet des heutigen Queensland gestohlen. Möglicherweise wollten sie mit dem Verkauf die Expedition finanzieren. Auch der Leichnam der Ehefrau sei damals gestohlen, bis heute aber nicht entdeckt worden.

Fourmile nutzte die Rückgabe, die mit einer Räucherzeremonie begonnen hatte, für eine politische Stellungnahme. Der koloniale Blick auf die Aborigines sei noch heute vorhanden. Ihr Ziel sei aber, als souveräne Gemeinschaften in den Commonwealth aufgenommen zu werden. Eine Stellungnahme war das Tuch über der Kiste mit den Überresten: Die Flagge der Aborigines, schwarz-rot mit einem gelben Kreis.

München ist nur die erste Station ihrer Reise. Die Gruppe, zu der auch Vertreter der Yawuru gehören, will die Überreste von 52 weiteren Vorfahren in Empfang nehmen. Sie lagerten im Linden-Museum in Stuttgart, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie in den Beständen der Universitäten Freiburg und Halle. In den kommenden Tagen sind deshalb zwei weitere Rückgabe-Zeremonien in Stuttgart und Berlin geplant. Nach der Rückkehr nach Australien sollen die sterblichen Überreste mit traditionellen Riten bestattet werden.