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100.000 Dollar"Ein Visionär": Japanischer Architekt Isozaki gewinnt Pritzker-Preis

Nach dem japanischen Konzept "Ma" erzeugt Isozaki in seinen Bauten negativen Raum. Nun wird er mit der wichtigsten Auszeichnung für Architektur geehrt.

Arata Isozaki
Darf sich über den wichtigsten Architekturpreis der Welt freuen: Arata Isozaki © APA/AFP/GIUSEPPE CACACE
 

Der Japaner Arata Isozaki hat den diesjährigen Pritzker-Preis und damit die höchste Auszeichnung für Architektur gewonnen. Mit seinen "frischen" Bauten, die "stilistischen Kategorien trotzen", sei Isozaki niemals Trends gefolgt, sondern stets seinem eigenen Weg, schrieb die Jury in ihrer am Dienstag veröffentlichten Entscheidung, die dem 87-Jährigen 100.000 Dollar (88.207 Euro) beschert.

Isozaki sei "ein vielseitiger, maßgebender und wahrhaft internationaler Architekt". Mit seinem vorausschauenden Denken gelte er als Visionär seiner Generation. Er habe als einer der ersten japanischen Architekten außerhalb Japans gebaut - und das in einer Zeit, als westliche Gesellschaften eher den Osten beeinflussten, sagte Tom Pritzker, Vorsitzender der Hyatt Foundation. Die Stiftung mit Sitz in Chicago steht hinter dem renommierten, mit 100.000 Dollar (88.000 Euro) dotierten Preis. Isozaki ist der achte Japaner, der die seit 1979 verliehene Auszeichnung gewinnt.

Konzept der Pause

Isozaki stammt aus Oita auf der Insel Kyushu im Südwesten Japans. Frühe Erfolge hatte er während der Besatzung der Alliierten nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Er half in den 1980er-Jahren, japanisches Design nach Europa und in die USA zu exportieren. Teil seiner Methode ist das japanische Konzept "Ma", das sich etwa als Zwischenraum, Pause oder Öffnung in Bau und Design verstehen lässt. Seine Modernismus-Bauten wirkten "geometrisch simpel", steckten aber voller "Theorie und Zweck", hieß es in der Mitteilung zum Preis.

Mailand Pritzker Preis
Das Bild zeigt den Hadid Tower (links) von Zaha Hadid und den Allianz Tower von Arata Isozaki in Mailand Foto © APA/AFP/MIGUEL MEDINA

Zu den bekanntesten Bauten Isozakis zählen das Museum of Contemporary Art in Los Angeles, das Olympische Stadion in Barcelona und das Eishockey-Stadion im italienischen Turin. Am Potsdamer Platz in Berlin baute Isozaki, der weltweit mehr als hundert Bauprojekte umgesetzt hat, mit weiteren Architekten die Daimler-Benz-Hochhäuser. Er baute Museen wie den Ceramic Park Mino im japanischen Gifu, Konzertsäle wie die Shanghai Symphony Hall in China und den Allianz-Turm in Mailand.

Frühere Gewinner des Pritzkerpreises waren unter anderem Zaha Hadid, Rem Koolhaas, Norman Foster oder Hans Hollein. Vergangenes Jahr gewann den Pritzker-Preis der Inder Balkrishna Doshi.

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