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MedienrebellPeter Weibel = 75 = 1001011

Peter Weibel, Künstler, Kurator, Kunst- und Medientheoretiker von internationalem Format und Leiter des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe, feiert heute (5. März) seinen 75er. Eine Textsalve als Gratulation.

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Peter Weibel aus dem 3D-Drucker © ZMK/KK
 

Peter Weibel = 75.
Peter Weibel = 1001011.
Peter Weibel = ja ein Schnellsprecher.
Wortsalven aus dem Magazin seiner Maschinengewehrzunge sind berüchtigt, aber noch mehr ist er ein Schnelldenker, und genau wenn du denkst, jetzt kannst du ihm folgen, ist der nach Eigendefinition „schnellste Mann der Welt“ längst schon wieder weiter, denn „Kunst kennt kein Wochenende“, und außerdem schaut er – der Flüchtlingsbub aus Odessa, der Hund an der Leine von Valie Export, der Brandredner der Uni-Wien-Rebellenaktion mit dem stichflammigen Handschuh – nie zurück, sondern immer voraus, schließlich „kann man die Zukunft gut voraussagen, wenn man sie selber macht“, folglich lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in seinem Zentrum für Kunst und Medientechnologie „Writing the History of the Future“, und das Avantgardelabor in Karlsruhe ist heuer auch schon 30 Jahre alt und Weibel wollte sich eigentlich nach 20 Jahren als dessen Leiter ab Ende 2019 „endlich wieder als freier Mann der eigenen Kunst widmen“, hat aber noch ein Jahr verlängert und konzipiert für September die Schau „respektive Peter Weibel“ im Haus, die einen Überblick über sein Œuvre geben wird, außerdem bringt er im April den vierten Band seiner sechsteiligen Medien-Enzyklopädie heraus, der sich mit „Literatur und Medien“ befasst, denn mit modernen Medien hat sich der Universalkünstler mit der nie versiegenden Neugier schon in Theorie und Praxis befasst, als andere bei dem Thema noch ausschließlich mit dem Papier raschelten, in Weibels Vorderstübchen aber raschelten da vor mehr als 40 Jahren längst Einsen und Nullen und Codes und Bilder von Automaten und Robotern und später und bis dato mathemagische Bits und Bytes aus Worten, Zahlen, Fotos, Graphiken, Werkzeugen, weil er ein Mann der Daten ist und der Taten und man aus seiner Sicht die Gestaltung der Welt nicht nur der Politik und der Wirtschaft überlassen darf und die Symbiose von Wissenschaft, Kunst und Kultur unübertroffen ist und man mit ihr „Türen öffnen kann, wo sie keiner sieht“, so hat der Kreativ- und Querkopf schon immer gedacht und denkt er auch heute, da er seinen 75er feiert oder 1001011 Jahre, wenn man es streng binär nimmt, und wir gratulieren mit dieser kurzen Textsalve ganz herzlich!

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