Es ist in der enormen Fülle der Ausstellung fast unscheinbar, geradezu prädestiniert, übersehen zu werden. Eine Schwarz-Weiß-Fotografie, eine Asphaltstraße, eine Nummer, die mit weißer Farbe draufgesprüht ist: 23091992. Wenn der Titel der Ausstellung „Auslöschung“ ist, dann bildet diese Fotografie die vielleicht persönlichste Erfahrung des Künstlers mit dem Thema ab und das gleich mehrfach: Dort, wo die Zahl steht, wurde der Vater von Zlatko Kopljar im Jugoslawienkrieg durch eine Bombe aus dem Leben gerissen. Der Versuch einer Erinnerung in Form einer künstlerischen Intervention war nur temporär, zwei Wochen später waren die Spuren verschwunden. Der alltägliche Verkehr hat die Erinnerung einfach ausgelöscht.
Kultum Graz
Er legt den Finger in die offenen Wunden
Kritik.
Was vermag Kunst zu leisten? Zlatko Kopljar jagt im Grazer Kultum mit seiner Kunst der Antwort hinterher.
© Mario Kucera, Zlatko Kopljar, Susanne Rakowitz