Von Jacques Offenbach über Elton John, Police und David Bowie bis zu Adele, Piaf, Madonna und Lady Gaga: Kein Musical dieser Welt besteht aus so vielen unterschiedlichen Hits wie "Moulin Rouge". Rund 75 Songs – zum Großteil in Medleys – wurden in die Liebesgeschichte verpackt. 165 Komponisten sind an der Bühnenfassung von Baz Luhrmanns gleichnamigen, mit zwei Oscars und drei Golden Globes prämierten Melodram aus 2001 beteiligt. Da denkt man natürlich gleich an Nicole Kidman als Nachtklub-Kurtisane Satine, begehrt von der frivolen Unter- und Oberwelt.

Kidman muss man aus dem Kopf bekommen. Und das funktioniert durch die Live-Atmosphäre. Knapp drei Stunden lang wird man ins Paris der Belle époque entführt. Wo alles noch lustvoller schien. "Nichts ist doch langweiliger, als einen Film auf die Bühne zu bringen", erklärt Produzent Maik Klokow, "du musst in einer Show etwas anderes machen. Nicht nur durch die einfacheren theatralischen Mittel, die mehr Nähe als der Film ermöglichen. Und daher haben wir nicht eine Kidman und einen Ewan McGregor gecastet, wir brauchten eigene Charaktere."

Für die deutschsprachige Version hat man jedenfalls viel Geld in die Hand genommen: Mehr als 18 Millionen Euro stecken in der Produktion inklusive Umbau des Musical Dome am Rheinufer von Köln, wo auch der Zuschauerraum, in dem sich zudem die titelgebende Mühle dreht, zum berühmtesten Varieté von Paris verwandelt wurde. Mehr Plüsch und Samt geht nicht. Noch einmal zwei Millionen Euro wurden ins Marketing investiert. Die Vorzeichen standen freilich gut: Mit zehn Tony-Awards war "Moulin Rouge" die meistprämierte Broadway-Produktion 2020.
Die Geschichte hat Elemente der "Kameliendame": Satine ist der funkelnde Diamant des Nachtklubs und liebt einen mittellosen Poeten, der nach Paris kam. Sie gibt sich aber, um das Etablissement zu retten, einem Investor hin, ihre Tuberkulose noch verheimlichend. Man ahnt das Ende.

Das tragische Liebespaar in der Kölner Aufführung: Sophie Berner und Riccardo Greco
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"Die Leute lieben Happy Ends, das ist klar", sagt Klokow, "aber wir sind dazu da, Geschichten zu erzählen. Und zu dieser gehört der Tod. Dennoch wollen wir die Leute nicht deprimiert aus dem Theater entlassen." Also wird am Schluss noch einmal das unsterbliche Varieté mit fliegenden Unterröcken gefeiert.
Ein Fest für die Sinne, eine Hommage an die Popkultur, voller Ohrwürmer und eine Liebesgeschichte zum Heulen: Mehr muss Musical nicht können. Empfehlenswert!
Karten für den Kölner Musical Dome online (ab 49,90 Euro) inklusive Gutscheine sowie Angebote für Tickets & Hotel:
www.moulin-rouge-musical.de
Der Trailer als Vorgeschmack:


Szenenfoto
Am Rhein, nicht an der Seine: Der Musical Dome von Köln wurde zum Moulin Rouge umgebaut
© Matthiew Murphy/BB Promotion