Die Menschheits-Geschichte wurde über die letzten zwei-, dreitausend Jahre vorwiegend von Männern geschrieben. Dass aus der Steinzeit aber überwiegend weibliche Statuetten überliefert sind, hat die österreichische Zeichnerin und Illustratorin Ulli Lust zu ihrem Comic-Essay „Die Frau als Mensch“ inspiriert. Was waren das für Gesellschaften, die die Frau und ihr Geschlecht so zentral und ohne Scham darstellten? Sarah Rebecca Kühl („Theater Waltzwerk“) hat aus der Graphic Novel eine Textfassung extrahiert, mit der im Vorfeld des Weltfrauentags an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ein „ganz neuer Blick auf unsere Vor- und Frühgeschichte“ geworfen werden soll: „Und dieser Blick ist weiblich.“ Für die szenische Lesung – mit dabei sind auch Nicole und Birgit Radeschnig sowie Markus Achatz – hat Kühl sogar ein Bühnenbild geschaffen: Sie hat 60 Frauenstatuetten aus Ton nachgebaut.
Auf dem Jahresspielplan des Theater Waltzwerk steht heuer außerdem in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt eine Stückentwicklung im Rahmen des EU-Projekts „Clarity. Climate Art City“: Ausgehend von Henry Thoreaus Aussteiger-Werk „Walden“ wird in fünf Akten der Lebensraum Wald bearbeitet. Premiere ist am 13. August beim Mahler-Komponierhäuschen in Maiernigg. Und für „(Alles) was der fall ist. Eine theatrale Panikattacke“ tun sich die beiden Waltzwerker Sarah Rebecca Kühl und Markus Achatz mit der neuenbuehnevillach zusammen, der Abend über psychische Gesundheit wird am 30. Oktober in Villach gezeigt. Schon am 21. Mai feiert „Was mir Freude macht“ Premiere: Dafür entwickelt das Waltzwerk ein Theaterstück anlässlich der 50-Jahr-Feier der Lebensgemeinschaft Camphill Liebenfels mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.