Einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood hat er schon (und zwar die Nummer 2608), nun wurde ihm von Hotelbesitzer Hans-Werner Frömmel am Wörthersee der Werzers-Stern überreicht. „Es ist immer schön, wenn man Anerkennung bekommt“, bedankte sich ein gut gelaunter Wolfgang Puck, vor dem sich das Personal der Hotelküche nicht fürchten musste: „Ich bin als Gast und nicht als Kritiker hier“, sagte der 75-Jährige. Ein Lieblingsgericht könne er gar nicht nennen, „wobei ich eine Schwäche für Süßes habe, das kommt noch aus der Jugendzeit, als ich als Teenager dem Patissier in der ,Linde‘ in Maria Wörth geholfen habe“.

Vorrangig ist für ihn jedenfalls „die Qualität der Produkte, was ich aber schon sehr gerne zur jeweiligen Saison mag, sind Trüffelpasta und weißer Spargel. Ich kann aber auch Schinkelfleckerl genießen. Und bei Kasnudeln nach dem Rezept meiner Mutter kamen mir mitunter die Tränen“, gesteht Puck.

Derzeit plant Hollywoods berühmtester Koch ein neues Lokal direkt an der Pazifikküste in der Nähe von Malibu mit Frank Gehry als Architekten: „Ich hoffe, die Probleme mit der Baubewilligung haben sich bald erledigt und wir können im Sommer mit den Arbeiten beginnen.“

Zu Pucks Gastro-Imperium gehören mehr als 100 Lokale – vom Gourmet-Restaurant mit Fine Dining bis zum Café, wofür mittlerweile rund 5000 Mitarbeiter notwendig sind. Auf dem Wiener Flughafen wurde vor drei Jahren „Wolfgang Puck Kitchen + Bar“ eröffnet, dass ein weiterer Standort in Wien oder Österreich dazukommt, hält Puck nicht für ausgeschlossen. Er schmunzelt nur verschmitzt. Und erklärt: „Die Location muss stimmen!“ Neue Projekte gibt es jedenfalls in Shanghai, Griechenland und Jakarta.

Wolfgang Puck im Badehaus des Werzers-Hotels am Wörthersee
Wolfgang Puck im Badehaus des Werzers-Hotels am Wörthersee © KLZ

Freude und Passion sind für den Kärntner die wichtigsten Zutaten. „Es ist doch wie bei einem Sänger oder auch einem Maler: Wenn er etwas mit Liebe macht und Leidenschaft hineinsteckt, dann wird es gut!“

Den US-Präsidenten hat Puck schon persönlich kennengelernt und sagt über ihn knapp: „Trump ist ein Entertainer!“ Auf die Veränderungen angesprochen, meint er: „Im Sommer werden wir sehen, ob weniger Touristen zu uns kommen!“ Trump sei für ihn als Koch jedenfalls nicht interessant: „Der mag sein Steak well done, dazu Pommes und Cola!“ Den Filmstars erfüllt er natürlich gerne Sonderwünsche, wobei sie keine schwierigen Gäste seien. „Die meisten bringen Hunger und keine Allüren mit“, lacht er und fügt hinzu: „Die wirklich berühmten Gäste sind nicht anstrengend, eher die weniger berühmten. Aber wenn du sie in die Küche holst, werden alle zahm.“

Wofür ihm selbst aber die Zeit fehlt: Dass er sich die Arbeit der Schauspieler und Regisseure in einem Kinosaal anschaut. Wobei ihm mit dem Alter eine bessere „Work-Life-Balance“ gelinge. „Ich versuche, mehr Zeit für die Familie zu haben. Und merke mit den Jahren, obwohl mir in Kalifornien nichts abgeht: Die Wurzeln werden wieder wichtiger und die Heimatverbundenheit wird stärker.“

Ans Oscar-Menü 2026 denkt er übrigens noch gar nicht. „Ich beginne mit den Vorbereitungen immer erst im Jänner“, verrät er und besucht vor der Rückkehr in die USA noch das Baumanière, einer seiner frühen Wirkstätten in Südfrankreich.

Chef Wolfgang Puck attends the star unveiling ceremony honoring him with the 2,608th star on the Hollywood Walk of Fame in Los Angeles, California on April 26, 2017. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY LAP2017042601 CHRISTINExCHEW
Sein Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles © IMAGO