Beginnen wir dieses Mal doch in der Peripherie, fernab von den zusammengeballten Zentren. Wenn am Samstag, um Punkt 18 Uhr, die diesjährige Lange Nacht der Museen österreichweit eröffnet wird, ist auch das Werner Berg Museum in Bleiburg/ Pliberk dabei.
Im Zentrum der heurigen Ausstellung steht nicht nur der namensgebende Maler selbst, sondern auch Christine Lavant. Einerseits zeigt sich die Liebesbeziehung der beiden in den Werken Bergs, andererseits auch in einem regen Briefwechsel, der in dem Buch „Christine Lavant / Werner Berg. Über fallenden Sternen: Der Briefwechsel“ im Wallstein Verlag veröffentlicht wurde. Spezialführungen um 18, 20 und 22 Uhr bringen Werk und Kunst näher. Nicht weit entfernt, im grenznahen Bad Eisenkappel/ Železna Kapla heißt es im Forum Zarja „Ver:Rückt“. Die Sammlung von Gregej Krištof zeigt Autografen, Werke bildender Künstler und mehr. Das Museum Peršmanhof/ Muzej pri Peršmanu (ebenfalls in Eisenkappel), erinnert als Gedenkstätte an den antifaschistischen Widerstand in der Region.
Das Besondere an der Langen Nacht ist, dass man mit einem Ticket um 17 Euro alle Museen in ganz Österreich besuchen kann – theoretisch zumindest. Das regionale Ticket (6 Euro) berechtigt zum Besuch in allen regionalen Museen. Dabei sind zum Beispiel auch die Keltenwelt Frög oder die Museen in Hüttenberg: Heinrich Harrer-Museum, Schaubergwerk und Puppenmuseum. Im Erbstollen findet um 18 Uhr eine Schatzsuche mit Stirnlampe extra für Kinder statt (bitte warm anziehen, denn unter Tage ist es kalt).
Die meisten Museen sind natürlich in den Ballungszentren Klagenfurt und Villach zu besuchen: Zwischen den Städten gibt es auch einen Shuttleverkehr. Daniel Russegger, Geschäftsführer des Kunstvereines Kärnten, gewährt in diesem Jahr im Künstlerhaus Klagenfurt auch hintergründige Einblicke: „Wir bieten Besuche im Atelier von Gertrud Weiss-Richter an. Es ist alles sehr schmal bei uns, daher haben wir nur kleine Gruppen.“ Um Besucherinnen und Besucher muss sich Russegger keine Sorgen machen, da man quasi auf der Museumsmeile liegt. Die aktuelle Ausstellung ist Lilian Mattuschka, Heike Schäfer und Max Seibald gewidmet. Und dabei wird nicht mit Holz gespart.
Performance zu Demenz
Zu einer besonderen Performance lädt die Stadt Villach im Rahmen der Langen Nacht der Museen: Das Thema Demenz steht im Mittelpunkt, wenn eine künstlerische Forschungsgruppe der „Angewandten“ mit interessierten Besuchern ihr „Archiv der Verwirrung“ erweitert. Dabei haben alle die Möglichkeit, ihre eigene Verwirrung mit Zeichenstiften auf Papier zu bringen. Dies wird dann musikalisch umgesetzt und besprochen. Dinzlschloss: 18 Uhr, Museum der Stadt Villach: 20 Uhr und Galerie Freihausgasse: 22 Uhr.
Zu Fuß ins Museum
Die Fußroute in Klagenfurt hat viele Stationen: Natürlich sind die Alpen-Adria-Galerie im Stadthaus (Bogdan Borčić), das Architektur Haus Kärnten im Napoleonstadel, die Stadtgalerie (Hans Bischoffshausen) oder der Stadtpfarrturm Klagenfurt (Führungen mit Türmer Daniel Hofstätter ab 18 Uhr) oder das Musil Haus mit dabei: Fotograf Martin Rauchenwald zeigt „Gesichter der Literatur“. Villach ist zum Beispiel mit dem Museum der Stadt Villach, der KK-Galerie, der Galerie Freihausgasse und dem Relief von Kärnten vertreten.
Übrigens: Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Um 18 Uhr geht es los und die Lange Nacht dauert bis 24 Uhr. Gert Prix vom Eboardmuseum in Klagenfurt lädt nicht nur zum Kahoot-Quiz für Kinder (18 Uhr) und einem Live-Konzert (ab 19 Uhr), sondern auch zur After-Show-Party. Auf Grund der Uhrzeit, nämlich ab 24 Uhr, ist diese auf Grund der vorgerückten Stunde aber für Kinder dann wohl doch nicht mehr zu empfehlen.