Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov, der jahrelang vom Regime Wladimir Putins drangsaliert worden ist, weiß vermutlich mehr über die Freiheit als die meisten anderen. Naheliegend, dem Dissidenten, der die Macht herausgefordert hat, die Neuinszenierung von Verdis „Don Carlo“ anzuvertrauen. Das Freiheitsdrama Schillers ist in der „Veroperung“ zum psychologischen Kammerspiel gedreht, in dem letztlich alle Figuren unfrei und unglücklich sind. Die traurigste und pessimistischste Oper des ohnehin pessimistischen Komponisten verwandelt sich in der Wiener Staatsoper nun in ein Kostümdrama im wahrsten Wortsinn.
Wiener Staatsoper
Buhschreie, bis der Dirigent eine weiße Fahne schwenkte
Kritik.
Der exilrussische Regisseur Kirill Serebrennikov zeigte Verdis „Don Carlo“ als Kostümdrama im wahrsten Sinn des Wortes. Und empörte damit einen Teil des Premierenpublikums.
© Staatsoper/Podlesnyi