THE OWNERS

Bewertung: ***

Nach längerer Film- und TV-Abstinenz meldet sich "Games of Thrones"-Darstellerin Maisie Williams mit einem Horrorstreifen zurück. Zwei Jahre nach dem US-Release darf sie als Mary mit ihrem Freund Nathan (Ian Kenny), dem naiven Terry (Andrew Ellis) und dem brutalen Gaz (Jake Curran) nun auch in heimischen Kinos in das Landhaus des gediegenen Arztes Richard Huggins ("Doctor Who"-Legende Sylvester McCoy) und dessen Frau Ellen (Rita Tushingham) einbrechen. Geld scheint es hier nicht viel zu geben, aber einen mysteriösen Safe, dessen Code der gute Herr Doktor selbst unter Androhung ihrer beiden Leben nicht verraten will. Reiner Heldenmut? Oder hüten die Huggins ein noch größeres Geheimnis? Horrorfans sollten sich hier nicht allzu große Überraschungen erwarten, der Film folgt den typischen Pfaden des Genres. Aber das macht er überraschend gut, und vor allem die Altstars McCoy und Tushingham machen Spaß. Die größten Leichen liegen halt immer noch in den Landhäusern der Oberschicht. (SG)

VIER WÄNDE FÜR ZWEI

Bewertung: ***

Stilsicher, erfolgreich, selbstbewusst: Managerin Sara (Juana Costa) weiß genau, was sie möchte – zumindest bewahrt ihr Auftreten den Anschein. Als die 39-Jährige das Gefühl ereilt, dass sie mit ihrem aktuellen Partner (Daniel Grao) nicht bis an ihr Lebensende liiert sein kann, begibt sie sich auf die Suche nach eigenen vier Wänden. Ein kauziger Makler (Carlos Areces) macht ihr ein Haus schmackhaft, das auf den ersten Blick makellos erscheint. Der Haken: Die momentane Besitzerin will das Gebäude erst nach ihrem Tod zum Verkauf freigeben. Rentnerin Lola (Kiti Manver) ist ein wahrer Freigeist und das exakte Gegenteil der Business-Frau. Trotz aller Vorbehalte ergänzen sich die zwei erstaunlich gut, die Geburtsstunde einer neuen Freundschaft. Die Tragikomödie unterwirft sich einigen Erzählkonventionen, gewinnt aber durch die Chemie der Hauptdarstellerinnen an Charme. Ein warmherziges Werk über eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft. (POG)

 

ROBUSTE

Bewertung: ****

Gérard Depardieu ist ein berühmter Schauspieler. In "Robuste" spielt er nun einen resignierten Filmstar Georges. Als sein Gegenüber platziert Debütregisseurin Constance Meyer den Mitte zwanzigjährigen Shooting-Star Déborah Lukumuena. Aïssa soll Georges als Bodyguard bewachen. Aber dazu gehört weniger der Schutz vor anderen, als vor sich selbst. Denn der gelangweilte Schauspielstar büxt gerne aus, vergisst alles und braucht insgesamt ordentlich Assistenz in seinem Alltag. Was nach einer seichten französischen Komödie mit politisch noch seichteren Anspielungen auf Aïssas afrofranzösische Herkunft klingt, erweist sich ganz im Gegenteil als sensibles Charakter-Drama mit melancholischer Stimmung. Als Eröffnungsfilm der Cannes-Sektion Semaine de la Critique ist "Robuste" dabei nur nebenbei in einigen Szenen an süffisanten Kommentaren über den Filmbetrieb interessiert.
Mehr dazu in Marian Wilhelms Kritik zum Film der Woche.