Vom 31. August bis zum 10. September wird Venedig wieder zum Hotspot der zeitgenössischen Kinokunst. Festivaldirektor Alberto Barbera gab am Dienstag die heurige Auswahl des Programms bekannt. Bei der 79. Edition des Festivals konkurrieren im Wettbewerb 22 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt um die Ehre des Goldenen Löwen.  US-Schauspielerin Julianne Moore führt die siebenköpfige internationale Jury an. Außerhalb des Wettbewerbs werden weitere neunzehn Titel gezeigt. In der begehrten Nebenschiene Orizzonti werden zeitgleich 18 Filme uraufgeführt. 

Die diesjährige Ausgabe lässt wieder mit einer ganzen Reihe großer Namen aufwarten. Wie bereits gestern angekündigt, wird das Festival am 31. August mit Noah Baumbachs "White Noise" eröffnet, bei dem der Regisseur Adam Driver, Greta Gerwig, Don Cheadle und auch "Jedermann" Lars Eidinger vor der Kamera versammelte. Zu sehen ist mit "The Whale" etwa auch das neue Projekt von Starregisseur Darren Aronofsky ("Black Swan", "The Wrestler"). In der Romanverfilmung spielt Brendan Fraser einen 600 Pfund schweren Mann, der die Beziehung zu seiner Teenie-Tochter ("Stranger Things"-Star Sadie Sink) reparieren möchte. Für den vielversprechenden Horrorfilm "Bones & All" hat sich der italienische Autorenfilmer Luca Guadagnino ("Call Me By Your Name") abermals mit Teenieschwarm Timothée Chalamet zusammengetan. Auch im irischen Beitrag "The Banshees of Inisherin" steht eine vielverheißende Reunion bevor. Der bekannte Regisseur und Dramatiker Martin McDonagh ("In Bruges", "Three Billlboards Outside Ebbing, Missouri") hat für das Drama erneut Colin Farell und Brendan Gleeson vor die Kamera bekommen. Der französische Theater- und Filmautor Florian Zeller legt mit "The Son" nach "The Father" sein neues Vorhaben vor, abermals mit Anthony Hopkins in einer tragenden Rolle.  Und Doppel-Oscar Preisträger Alejandro González Iñárritu ("Birdman", "Revenant") ist mit dem mexikanischen Film "Bardo, falsa crónica de unas cuantas verdades" im Rennen.


'Out of competition' wird die Weltpremiere von "Don't Worry Darling" mit großer Spannung erwartet. In der zweiten Regiearbeit von Schauspielerin Olivia Wilde ("Booksmart") stellen Florence Pugh und Harry Styles ein junges Ehepaar dar, deren scheinbare Idylle zu zerbröseln scheint. Hollywood-Urgestein Walter Hill ("The Driver", "48 Hrs.") hat mit "Dead for a Dollar" im hohen Alter noch einen Western gedreht. Christoph Waltz übernimmt darin die Hauptrolle eines Kopfgeldjägers, Willem Dafoe und Rachel Brosnahan stehen ihm zur Seite. Auch gezeigt wird unter anderem "Call of God", das finale Werk des 2020 verstorbenen südkoreanischen Enfant terrible Kim Ki-duk.

Kein Österreicher im Wettbewerb
Nicht im Wettbewerb des heuer bis 10. September dauernden Festivals vertreten sind österreichische Filmemacher. Immerhin sind in der Nebenschiene Orizzonti Tizza Covi und Rainer Frimmel mit von der Partie. Das austro-italienische Regieduo porträtiert in ihrem gewohnt semidokumentarischen Projekt "Vera" die erfolglose Schauspielerin Vera Gemma, Tochter von Leinwandlegende Giuliano Gemma, die immer noch im Schatten ihres berühmten, toten Vaters steht.