Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Kreuzfahrten in der Kritik„Venedig ist noch nicht erlöst“

Venedig feiert das Erlöserfest. Doch weder Pandemie noch Kreuzfahrtriesen sind gebannt. Aber die Serenissima besinnt sich ihres Welterbes neu.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
MARITTIMA, GRANDE NAVE URTA BANCHINA
Die Kreuzfahrtriesen müssen die Lagune (vorerst) meiden. © ANDREA MEROLA
 

Italien feiert sich als Europameister, Venedig zelebriert sein Leiden. „5000 verlieren den Job!“ protestieren Arbeiter im Hafen. „Betrug an der Lagune“, wettern Kreuzfahrtschiff-Gegner gegen das nur halbherzige Verbot. Zugleich steigt das größte Fest des Jahres. Alles was Planken hat und schwimmt, schaukelt auf den dunklen Wellen. Das größte Bootspicknick der Welt - eintausend Boote waren schon am Donnerstag registriert - beginnt am frühen Samstagabend. Mit Tramezzini di Tonno und Prosciutto, Soave und Amarone schlemmt man dem Höhepunkt vor Mitternacht entgegen. 40 Minuten dauert das Feuerwerk, das den Canal della Giudecca bis zur Piazzetta und zum Markusplatz spektakulär ausleuchtet. Man feiert, wie alljährlich am dritten Samstag und Sonntag im Juli, die Festa del Redentore, das Erlöserfest. Der Bau der Chiesa del Santissimo Redentore nach Plänen Palladios hatte 1577 den Zweck, die Pest aus Venedig zu vertreiben, tatsächlich erfüllt.Doch die Corona-„Pest“, die im Vorjahr das Redentore-Fest erstmals in der Geschichte in Tristesse des schweren Opfers Italiens versinken ließ, ist noch nicht bezwungen. Aus Angst vor wieder steigenden Infektionen, durften gestern Nacht auf den Kais von Zattere bis San Zaccharia nur 18.000 Zuseher das Feuerwerk genießen - mit Online-Voranmeldung und Grünem Pass. Nur mit Abstand darf am heutigen Sonntag der Prozession über die jedes Jahr extra für das Fest errichtete Ponton-Brücke von der Votivkirche über den Giudecca-Kanal gefolgt werden.

Kommentare (2)
Kommentieren
lombok
5
16
Lesenswert?

Seit Jahren pochen die Reedereien darauf,

dass man draußen in Maghera oder gar vor Jesolo ein Terminal baut. Jedes Schiff spülte pro Tag und pro Schiff 25.000,-- in Venedigs Kassen. Ein Trauerspiel ... Aber es sind ja die "bösen" Reedereien. 😂😂😂

Costa fährt ab 24.07 sowieso nur mehr ab Triest. MSC ab Monfalcone ... Perfekt.

migs
0
3
Lesenswert?

"... pro Tag und pro Schiff € 25.000,-"

kommt mir jetzt auf den ersten Blick nicht sooo viel vor - hätte gedacht, dass es etwas mehr ist?! - man muss dann ja auch noch die ganze Kaufkraft der Passagiere rechnen, die ja beim Ausweichhafen Marghera ziemlich gleich bleiben würde sich bei Triest jedoch sicher um einiges verringern dürfte da ja dann nur allenfalls eine Ausflug nach Venedig angeboten werden würde - trotzdem - die Venezianer werden es verkraften und die Baulichkeiten werden es danken !!!