Wissenschaftler mit Gottkomplex loten die Grenzen des Möglichen aus. Die Natur schlägt zurück. Im Hintergrund bahnt sich schleichend die imposante Erkennungsmelodie von John Williams an. Das kann nur eines bedeuten: Die Dinosaurier sind wieder los. So vertraut das alles klingen mag, so uninspiriert fühlt es sich heute an. Wie viele andere Film-Franchises hat leider auch die "Jurassic Park"-Reihe den kreativen Stillstand erreicht. Vorbei sind die Zeiten, als uns der schiere Anblick einer Horde Brachiosaurier ins Staunen versetzen konnte. Eine neue Trilogie sollte dem Franchise wieder Leben einhauchen – bislang mit durchwachsenen Ergebnissen. Nach zwei lauwarmen Neuaufgüssen wird die "Jurassic World"-Reihe nun zu Ende gebracht, Nostalgie wird im abschließenden Teil besonders großgeschrieben.

Regisseur Colin Trevorrow möchte sich auf die absoluten Ursprünge besinnen und holt ikonische Charaktere aus Spielbergs Originalfilm zurück auf die große Leinwand: Laura Dern als Ellie Sattler, Sam Neill als Alan Grant, Jeff Goldblum als Ian Malcolm. Dino-Trainer Owen (Chris Pratt) und Partnerin Claire (Bryce Dallas Howard) bleiben dennoch die zentralen Figuren im Geschehen. Die neue Generation trifft auf die Veteranen. Ob das gut gehen kann?

Im insgesamt sechsten Ableger der "Jurassic Park"-Reihe sucht man Originalität weiterhin vergebens. Seit den Ereignissen im Vorgängerfilm müssen sich Mensch und Dinosaurier denselben Lebensraum teilen. Eine Koexistenz, die unvermeidbare Probleme birgt. Als ein Schwarm genveränderter Heuschrecken zusätzliche Schwierigkeiten schafft, kommen die Helden vergangener Tage zur Rettung. Und ebendiese sind es, die den Abschluss der Trilogie trotz aller Schwächen zu einem amüsanten Blockbuster-Abenteuer machen.


Laura Dern und Sam Neill haben nichts am Charme der zwei turtelnden Wissenschaftler eingebüßt. Berufsexzentriker Jeff Goldblum macht als kauziger Dr. Malcolm hingegen einen ungewohnt steifen Eindruck. Haarsträubende Momente werden indes mit einer gesunden Portion Selbstironie überspielt – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Immerhin sind die Schauwerte diesmal ansehnlicher, als noch in den zwei vorangegangenen Filmen. Computereffekte harmonieren mit der Umgebung, die dargestellte Welt fühlt sich endlich wieder greifbar an.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, das alles bereits gesehen zu haben – darüber hinaus in weit besserer Ausführung. Das Endergebnis mag immer noch unterhalten, doch der Spielberg-Zauber scheint verflogen.

Chris Pratt in "Jurassic World Dominion" (Originaltitel)
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