Scarface (1983)

Basierend auf dem Film von 1932, greift Brian de Palma ähnlich wie "Der Pate" den amerikanischen Traum und die Einwandererfahrung auf. Ebenfalls in der Titelrolle zu sehen: Al Pacino.
Auf Netflix und Prime, auszuborgen auf Apple iTunes und im Sky Store.

Goodfellas (1990)

Die Buchadaption von Martin Scorsese zeigt den Aufstieg und Fall eines New Yorker Gangsters, dargestellt von Ray Liotta. Eine Glorifizierung und Verdammung des Unterwelt-Milieus.
Auf Netflix, auszuborgen auf Prime, Apple iTunes und im Sky Store.

Hexenkessel (1973)

Zwei Kindheitsfreunde lassen sich auf den Straßen New Yorks in kriminelle Aktivitäten verwickeln. Martin Scorseses erster Gangsterfilm und seine erste Zusammenarbeit mit Robert de Niro.
Auszuborgen auf Prime und Apple iTunes.

King of New York – König zwischen Tag und Nacht (1990)

Abel Ferrara lässt Christopher Walkens Drogenbaron an die Spitze des organisierten Verbrechens aufsteigen, wo er Probleme mit rivalisierenden Gangs und der Polizei bekommt.
Auszuborgen auf Prime und Apple iTunes.

The Sopranos (1999–2007)

David Chases Mafia-Serie krempelte nicht nur den Ruf von TV-Ware um, sondern entwickelte auch das Bild von "der Familie" und deren Loyalität weiter. Der "Mobster beim Psychiater" – Gag findet sich auch bei Filmen wie "Reine Nervensache" (1999).
Auf Sky X oder zu kaufen im Prime Store.

Breaking Bad (2008–2013)

Vince Gilligans Serie mit Bryan Cranston hat zwar weniger mit Italoamerikanern zu tun, zeigt aber ebenfalls meisterhaft den Aufstieg eines Normalos zum gefürchteten Drogenbaron.
Auf Netflix, zum Kaufen im Prime Store.

Gomorrha (2014–2021)

Die Serie handelt vom kriminellen Bandenkrieg in Neapel und den verschiedenen "familias", die im Kampf um die Oberhand involviert sind.
Auf Sky X, zum Kaufen im Prime Store.

Es war einmal in Amerika (1984)

Sergio Leones knapp vierstündiges Meisterwerk zeigte seinen nahtlosen Übergang vom Italo-Western zum Gangsterfilm. Statt Italoamerikanern stehen hier zwei jüdische Männer, ihre tragische Freundschaft, sowie ihr Abdriften in die Kriminalität im Zentrum.
Auf Netflix und Prime, auszuborgen auf Apple iTunes.

Boardwalk Empire (2010–2014)

Die Prohibition in Amerika der 20er sorgte schon immer für gutes Crime-Drama, und Casino Betreiber Steve Buscemi macht hier unter anderem Bekanntschaft mit der Crime-Boss-Legende Al Capone.
Auf Sky X verfügbar, zu kaufen im Prime Store.

Ein Gentleman und Gangster

Vor 50 Jahren machte Francis Ford Coppola dem Publikum ein Angebot – und es lehnte nicht ab. Am 24. März 1972 feierte sein Mafia-Gangster-Epos "Der Pate" Premiere in den US-Kinos. Dabei begründete Coppola ein eigenes Genre. Noch heute finden sich in allen Ecken der popkulturellen Gegenwart Referenzen zu Bildern und Dialogen.
Ein Teil des Erfolgs und die Glorifizierung der Mafia gehen auf die Rolle des Gangsters als ur-amerikanischer Mythos zurück. Beginnend mit den frühen Stummfilmen über die große Depression bis hin zur Nachkriegszeit, in der der Gangster die Schattenseite der wohlhabenden Nation darstellte.
Bei "Der Pate" hingegen waren die Figuren bereits Teil des Mainstreams, saßen im Firmen-Aufsichtsrat oder in der Politik. Michael Corleone (Al Pacino) versucht wiederholt, sein Business in die Legalität zu überführen. Er scheitert, so wie später etwa Tommy Shelby (Cillian Murphy) in der britischen Serie "Peaky Blinders".

Das Scheitern ist ein wichtiges Element des Genres. Sowohl in "Der öffentliche Feind" (1931), "Goodfellas" (1990) oder "Hexenkessel" (1973) stürzt der Protagonist früher oder später von seinem kriminellen Höhenflug herab. Er stirbt, geht ins Zeugenschutzprogramm oder landet im Gefängnis.

Die "Pate"-Trilogie bot der lange von der Mainstream-Kultur ausgeschlossenen italienisch-amerikanischen Bevölkerung Identifikationspotenzial. Ein Vehikel, um ihre eigenen Geschichten zu erzählen. US-Regisseur Martin Scorsese baute ein Gros seiner Karriere darauf auf. Für alle anderen bot Coppola mit "Der Pate" eine romantisierte Vision der Mafia, ihrer Traditionen, Geschäfte und Loyalitäten. Erkennbare maskuline, altmodische Werte und Ordnung in einer Zeit, in der ideologische Kriege rund um Familie, Sexualität und Gender ausgefochten wurden.
Blickt man hinter diese Romantisierung, bleibt vor allem eines haften – der Kapitalismus, der diese Figuren antreibt. Michael und all die anderen Figuren entkommen ihrem Schicksal nicht. Sie alle leben das gleiche Leben wie die Generation vor ihnen. Der Gangster kann nicht ausbrechen. Ein Angebot, das ihm das Leben nicht macht.