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Die ersten Filme Wie das Comeback der Kinos aussehen könnte

Ab 19. Mai dürfen Kinos wieder aufsperren. Wie und mit welchen Filmen steht großteils noch in den Sternen. Wer in der Steiermark und in Kärnten aufsperren will und sieben gute Gründe für das Leinwand-Comeback.

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Kein Popcorn, dafür wohl Maskenpflicht und Abstand: Ab 19. Mai dürfen wir wahrscheinlich wieder ins Kino © Leonid - stock.adobe.com
 

"Loading ... Mai 2021“, ist auf der Leuchtreklame des Wiener Votiv Kinos zu sehen. Die Vorfreude, sich im Kinosessel überwältigen zu lassen, ist immens. Heute will Wiens Bürgermeister Michael Ludwig über die Öffnungsschritte ab 19. Mai in Wien informieren. Und davon könnte auch für die Kinos in den Bundesländern einiges abhängen. Denn: Für manchen Verleih zahlt sich ein österreichweiter Kinostart mitsamt Marketingmaschinerie für einen Film ohne Wiener Publikum nicht aus. Zudem gilt es, Deutschland im Blick zu behalten. Als kleiner Kinomarkt ist man vom größeren im Nachbarland abhängig.

Zum geplanten Comeback könnten anfangs Filme zu sehen sein, die in anderen Ländern schon liefen. Wie das Biopic „Miss Marx“ von Susanna Nicchiarelli oder das Drama „Martin Eden“ von Pietro Marcello. Wahrscheinlich ist, dass Streifen in den ersten Programmen auftauchen, die schon im Video-on-Demand waren – wie etwa der furiose chilenische Film „Ema“ von Pablo Larraín oder der Dokumentarfilm „Martin Margiela – Mythos der Moderne“ über den geheimnisvollen belgischen Modeschöpfer. Die Wiedersehensfreude feiern könnte man zum 20. Jubiläum mit dem betörenden Liebesfilm „In the Mood for Love“ von Wong Kar-Wai in der neuen restaurierten Fassung. Eines ist bei allen Unwägbarkeiten fix: an aufregenden Oscarfilmen, starken rot-weiß-roten Werken, actionlastigen Blockbustern oder kleinen Filmperlen in der Pipeline mangelt es nach mehr als sechs Monaten Pause nicht.
Die Arthouse-Kinos werden es anfangs leichter haben.

Comeback der Kinos: Sieben Filme, auf die wir uns freuen können

Glory to the Queen

Der Dokumentarfilm zum Netflix-Hit „The Queen’s Gambit“: Tatia Skhirtladzes porträtiert vier Frauen, die Schach zur Sowjet-Zeit revolutionierten und, so die Ankündigung, Männer schachmatt setzten. Die Rede ist von: Nona Gaprindashwili, Maia Tschiburdanidze, Nana Alexandria und Nana Iosseliani. Geplanter Kinostart: 21. Mai.

Filmdelights

Quo Vadis, Aida?

Phänomenal wuchtiger, wichtiger, oscarnominierter Polit-Thriller von Jasmila Žbanic über die letzten Tage vor dem Massaker in Srebrenica. Die österreichische Koproduktion, die hoch spannend von einem bis heute verdrängten und vergessenen Albtraum berichtet, ist eine österreichische Koproduktion und hat ein fixes Startdatum: 25. Juni.

Polyfilm

Fuchs im Bau

Arman T. Riahis heuriger Diagonale-Eröffnungsfilm über eine Gefängnisschule in Wien und die unkonventionellen, von ernstem Humanismus geprägten Unterrichtsmethoden ist auch ein Kommentar auf den heimischen Jugendstrafvollzug. Ein relevantes, unterhaltsames Werk mit tollem, jungem Ensemble. Geplanter Kinostart während der Diagonale: 11. Juni.

Filmladen

The Father

Bewegendes, britisches, unkonventionell erzähltes Alzheimerdrama mit Olivia Colman und Anthony Hopkins, wie wir ihn noch nie sehen durften. Für sein tänzelndes, unberechenbares Spiel im Film von Florian Zeller erhielt er heuer überraschenderweise auch einen Oscar für die beste Hauptrolle. Geplanter Kinostart in Österreich: ab 25. Juni.

AP

In the Mood for Love

Restauriertes Schmankerl und ein erster Höhepunkt zum Comeback: Wong Kar-Wais großer, intersiver Liebesfilm feiert sein 20-jähriges Jubiläum und wird aus dem Grund völlig neu restauriert auf den großen Leinwänden dieses Landes zu sehen sein. Geplanter Kinostart: ab 21. Mai.

Polyfilm

Der Rausch

Thomas Vinterbergs oscargekrönte Sozialsatire über vier Männer in der Midlife-Crisis und ihr Alkohol-Experiment. Ein berauschender Film mit traurigem Background: Vier Tage nach Drehstart starb Vinterbergs Tochter bei einem Autounfall. Sie hätte mitgespielt - wie viele ihrer SchulkollegInnen, die im Film zu sehen sind. Mads Mikkelsen brilliert. Fixer Starttermin: 16. Juli.

Filmladen

Der Mauretanier

Bestseller-Verfilmung nach wahren Begebenheiten: Jodie Foster verkörpert im Film von Kevin Macdonald eine Menschenrechtsanwältin.
Geplanter Kinostart: 25. Juni.

AP
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Wer in der Steiermark aufsperrt

„Wir sperren definitiv am 19. Mai wieder auf“, sagte Dieter Pochlatko vom Grazer Rechbauerkino. Auch Barbara Brunner vom KIZ Royal sehnt sich nach dem Comeback und will in 13 Tagen das Publikum zurück begrüßen. „Das Café sperren wir fix am 19. Mai wieder auf“, sagt Anton Primschitz vom Schubertkino Graz. „Und das Kino auch, sobald wir wissen, welche Filme wir zeigen können.“ Wie viele andere KinobetreiberInnen hat er die Zeit dafür genutzt, die Klimaanlage technisch aufzurüsten, effizienter zu machen und den Sehnsuchtsort auf Hochglanz zu bringen.

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Schwieriger ist es für die Ketten, die auf Unterhaltung, Erlebnis, Popcorn und große Filme setzen. „Wir wissen ja noch nicht einmal, was in der Verordnung steht. Also welche Sperrstunde gilt, was diese bedeutet und welche Testmodalitäten gelten“, sagt Stefan Riedler von den Dieselkinos. Und: „Wo sollen sich Leute testen lassen, wenn Teststraßen am Sonntag geschlossen sind?“ Dass die Dieselkinos am 19. Mai öffnen, sei unrealistisch. Es sei schwer, „rein mit Arthouse-Filmen zu starten“.


Die Cineplexx-Kette öffnete schon nach dem ersten Lockdown im ganzen Land zaghaft. Man prüfe nun, „wann und unter welchen Rahmenbedingungen wir unsere Standorte wieder öffnen können, natürlich beobachten wir dabei auch aktuelle regionale Entwicklungen und Entscheidungen in den Bundesländern“, hieß es auf Nachfrage. Chef Christian Langhammer ließ erst unlängst im Interview aufhorchen, warum es mit Maskenpflicht wohl nicht gehe.

Wer in Kärnten aufsperrt

Leicht werden es die Kinos  nicht haben. Zwar kündigt Bernhard Gutschier („Volkskino Klagenfurt“) an: „Wir sperren am 19. Mai auf.“ Aber er schränkt gleichzeitig ein: „Wir erwarten uns erst einmal nicht sehr viel. Wir müssen abwarten, wie viele Leute sich für den Kinobesuch testen lassen. Schwierig ist es auch mit der Sperrstunde um 22 Uhr, wir werden früher beginnen müssen.“ Öffnen will er mit Filmen, die schon letzten November gezeigt werden hätten sollen, darunter die französische Komödie „Mein Liebhaber, der Esel & ich“ oder das bereits erwähnte Drama „Ema“.

Für Fritz Hock vom „Filmstudio Villach“ bedeutet das, „dass wir noch abwarten müssen“ – schließlich ist man Unterpächter des Stadtkinos, das wiederum Teil der Cineplexx-Kette ist. „Natürlich wollen wir am 19. Mai aufsperren, aber derzeit haben wir noch keine Informationen“, bedauert er. Eröffnen möchte er jedenfalls mit Roy Anderssons mehrfach ausgezeichneten Drama „Über die Unendlichkeit“.
Abwartend zeigen sich auch noch Alfred Laas (CineCity und Wulfenia Klagenfurt): „Wir wissen derzeit noch überhaupt nicht, wann wir wieder starten, das hängt sicher auch vom deutschen Markt ab. Und vielleicht öffenen wir erst einmal nur das Wulfenia-Kino.“ Fix ist derzeit nur eines: Am 19. Mai wird noch nicht aufgesperrt.

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