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32. Europäischer FilmpreisFreude und Ungemach für Altmeister Roman Polanski

Roman Polanskis "J'accuse" hat gute Chancen auf mehrere Preise. Die französische Schauspielerin Valentine Monnier nahm den Film zum Anlass, um dem 86-Jährigen eine Vergewaltigung vorzuwerfen.

Sein Film "J'accuse" bringt Roman Polanski Freude und neuen Ärger © APA/AFP/THOMAS SAMSON
 

Zwei Regielegenden sind bei den Nominierungen für den 32. Europäischen Filmpreis ganz vorne dabei: Sowohl Roman Polanski mit "J'accuse" als auch Pedro Almodovar mit "Leid und Herrlichkeit" dürfen sich Hoffnungen auf Auszeichnungen in mehrere Kategorien machen. Chancen auf die Trophäe als besten Film hat überdies das deutsche Drama "Systemsprenger", wie am Samstag in Sevilla mitgeteilt wurde.

Als Kandidaten für den besten europäischen Film sind neben diesen drei Werken auch "Les Miserables" von Ladj Ly, "Il Traditore" von Marco Bellocchio sowie "The Favourite" von Yorgos Lanthimos genannt worden. Das Historiendrama brachte dem griechischen Filmemacher überdies eine Nominierung als bester Regisseur ein. Hierfür wurden auch Almodovar, Bellochio, Polanski sowie Celine Sciamma genannt. Ihr "Porträt einer jungen Frau in Flammen" hatte erst kürzlich das heimische Filmfestival Viennale eröffnet.

Nominierung für eine ungewöhnliche Liebesbeziehung

Und die im 18. Jahrhundert angesiedelte Geschichte über die Liebesbeziehung zwischen einer Malerin und einer jungen Adeligen hat auch den beiden Hauptdarstellerinnen Noemie Merlant und Adele Haenel Nennungen in der Kategorie Beste Schauspielerin gebracht. Sie messen sich mit Oscar-Preisträgerin Olivia Colman ("The Favourite"), Trine Dyrholm ("Queen of Hearts"), Viktoria Miroshnichenko ("Beanpole") sowie der erst elfjährigen Helena Zengel, die in "Systemsprenger" überzeugen konnte.

Namhaft liest sich auch die Liste der Kandidaten für den besten Schauspieler des Jahres: Antonio Banderas ("Leid und Herrlichkeit") und Jean Dujardin ("J'accuse") treffen auf Pierfrancesco Favino ("Il Traditore"), Levan Gelbakhiani ("Als wir tanzten"), Alexander Scheer ("Gundermann") sowie Ingvar E. Sigurdsson ("A White, White Day"). Um den Preis für das beste Drehbuch rittern u.a. Almodovar, Polanski gemeinsam mit Robert Harris sowie Celine Sciamma.

Die Verleihung der Europäischen Filmpreise, die alternierend in Berlin und einer anderen europäischen Metropole stattfindet, geht heuer am 7. Dezember in der deutschen Hauptstadt über die Bühne. Bereits vor der Bekanntgabe der Nominierungen stand fest, dass die Europäische Filmakademie (EFA) den deutschen Regisseur Werner Herzog für sein Lebenswerk, die französische Schauspielerin Juliette Binoche für ihr Engagement fürs Kino und die Macher der Fernsehserie "Babylon Berlin" in der neuen Preiskategorie für erfolgreiche Serien auszeichnen will.

Neue Vorwürfe gegen Polanski

Der neue Film von Roman Polanski hat für den 86-Jährigen übrigens auch Schattenseiten. Wie die französische Schauspielerin Valentine Monnier der Zeitung "Le Parisien" dieser Tage mitteilte, habe sie der umstrittene Regisseur im Jahr 1975 in seinem Chalet in Gstaad (Schweiz) geschlagen und vergewaltigt. Damals sei sie 18 Jahre alt gewesen. Die Zeitung berichtet von Zeugen, die bestätigt haben sollen, dass Monnier ihnen damals von dem Vorfall erzählt habe. Für Monnier hat Polanskis neuer Film "J'accuse" ("Ich klage an") den Ausschlag gegeben, endlich an die Öffentlichkeit zu gehen. Polanski weist die neuen Anschuldigungen unterdessen vehement zurück, wie dessen Anwalt "Le Parisien" sagte. Der Vorfall ist verjährt. Monnier ist allerdings bereits die fünfte Frau, die dem Regisseur Vergewaltigung vorwirft.

 

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