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Bauherren-PreiseVon der Schnapsbrennerei bis zum "Stadtelefanten"

Die Zentralvereinigung der Architektinnen und Architekten Österreich hat sechs Projekte in Burgenland, Wien, Oberösterreich und Vorarlberg ausgezeichnet.

Dieses Wohnhaus von Max Seibald in Döllach war unter den Nominierten, wurde von der Jury gelobt, ging beim Bauherrenpreis aber leer aus © Max Seibald
 

Die ZV Bauherrenpreise sind am Freitagabend im ArchitekturHaus Kärnten in Klagenfurt zum 52. Mal vergeben worden. Die ausgezeichneten Projekte sind ein Hof mit Schnapsbrennerei im Burgenland, ein Stall in Oberösterreich, ein Haus und eine Schule in Vorarlberg, ein Gebäude im Wiener Sonnwendviertel sowie der Umbau der Universität für angewandte Kunst Wien.

Aus insgesamt 132 Einreichungen waren dafür von einer Nominierungsjury 24 Projekte ausgesucht worden. Die Hauptjury, bestehend aus den Architekten Andreas Cukrowicz und Donatella Fioretti sowie dem Architekturpublizisten Albert Kirchengast, hat daraus ihre Auswahl getroffen.

Pagodenartiger Stall

Ausgezeichnet wurde ein Streckhof mit Schnapsbrennerei im burgenländischen Weingraben, für die Jury "ein Lehrbeispiel, welch ungehobenen und anregenden Schatz alte Formen noch heute böten", und ein pagodenartiger Stall für Wagyu-Rinder im Hausruckviertel. Ein altes, durch den Umbau nicht nur gerettetes, sondern luxuriös revitalisiertes Haus in Oberlech begeisterte die Jury ebenso wie ein Schul-Neubau in Bregenz. Mit dem "Stadtelefanten", einem Gemeinschaftsprojekt dreier Architekturbüros im Sonnwendviertel hinter dem Hauptbahnhof, sowie den Umbauten am alten Karl-Schwanzer-Bau der Angewandten sowie am künftig von der Universität genutzten dahinter liegenden Zollamtsgebäude wurden auch zwei Wiener Projekte ausgezeichnet.

Der sogenannte "Stadtelefant" im Sonnwendviertel hinter dem Wiener Hauptbahnhof wurde ausgezeichnet Foto © Andreas Buchberger

Unter den nominierten Projekten befand sich als einziger Kärntner Beitrag auch das Mölltaler Wohnatelier des Künstlers Max Seibald. Dieser hatte in Döllach mithilfe des Architekten Gerhard Kopeinig ein ehemaliges Sattlereihaus revitalisiert und mit dessen innovativer Gestaltung für örtlichen Gesprächsstoff gesorgt.

Die Jury des Bauherrenpreises würdigte den unkonventionellen Bau nun als „zeitgenössisches Gesamtkunstwerk an der Grenze zur Skulptur“ und befand nach eingehender Besichtigung: „Präzise sind die Details, raffiniert die Materialien. Alles ist durchdacht, vom Schneefänger bis zum Möbelgriff. Nichts ist hier Zufall, das meiste selbst gefertigt oder unter Argusaugen in die Hände Auserwählter gelegt. Das erklärt auch, wieso nichts den Schranken der Norm gehorcht, sondern allein dem künstlerischen Einfall.“

Der von der Zentralvereinigung (ZV) der Architektinnen und Architekten Österreichs seit 1967 vergebene Preis würdigt herausragende Bauten, Freiraumgestaltungen und städtebauliche Lösungen, die sich besonders durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Architekten auszeichnen. Alle eingereichten Projekte sind von 11. bis 29. November im Rahmen einer Ausstellung im ArchitekturHaus Kärnten zu sehen. Die ausgezeichneten und nominierten Projekte werden zudem ab 4. Dezember in der Reihe "Architektur im Ringturm" in Wien präsentiert.

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