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KULTURSOMMERSEMMERINGDichtes Programm mit klingenden Namen

Im Südbahnhotel wird „Kulturelle Sommerfrische“ geboten. Dort begeisterte auch Janina Baechle.

Mezzosopranistin Janina Baechle sang im Südbahnhotel © Nancy Horowitz
 

Sie lag in der Luft, nun beschleunigen die Umstände die Wiederentdeckung des Semmering, spürbar beim KulturSommer, wo Intendant Florian Krumpöck zur Fin-de-Siècle-dominierten „Kulturellen Sommerfrische“ ins Südbahnhotel lädt.

Im Programm stehen klingende Namen wie der von Janina Baechle. Die deutsche Mezzosopranistin ist bekannt für ihre fein gestalteten Liederabende, die ihr erlauben, ein weites Gefühlsspektrum auszudrücken. In „Johannes Brahms – Der ewig Liebende“ zeigte sie einen sehnsüchtigen, aber freien Künstler – Johannes Krisch las dazu Texte von Schumann bis Mahler.

Begleitet von Markus Hadulla am Flügel, schritt Baechle in rund 20 Liedern die Möglichkeiten ihrer gleichmäßig kultivierten Stimme aus. Mächtig und schwelgerisch schimmerte ihr satter Mezzo in tiefen Lagen in dunklem Glanz. Träume spielten eine große Rolle, Heiterkeit blitzte auf und Treue setzte den triumphalen Schlusspunkt.

Auf dieser wohl bewusst altmodischen Suche auf verschlungenen Wegen war die Stimme von Baechle zuweilen fast zu mächtig für den Raum, doch das romantische Œuvre verband sich mit dem hoch gelegenen Waldhofsaal zu einem Erlebnis der besonderen Art. Durch die offenen Fenster meinte man, über rauschenden Wipfeln das Meer zu sehen.

Bis zum 6. September trägt man im ikonischen Südbahnhotel mit Stefan Zweig (Brigitte Karner und Peter Simonischek), Schnitzlers „Traumnovelle“ (Joseph Lorenz) und „Leutnant Gustl“ (Miguel Herz-Kestranek), Doderers „Strudlhofstiege“ (Maria Happel und Ernst Kovacic) und Herzmanovsky-Orlandos „Cavaliere Huscher“ (Katharina Stemberger) dem Ambiente Rechnung.

Amüsantes bieten Robert Meyer, Angelika Kirchschlager und Alfred Dorfer. Tini Kainrath, Ursula Strauss und Ernst Molden haben Wien im Gepäck, Intendant Krumpöck führt Künstlergespräche. Im historischen Speisesaal gibt es ein „Belle-Epoque-Souper“. Der zweite Aufführungsort, das Kurhaus, wird gerade revitalisiert. Der Zeitpunkt ist gut.

KulturSommerSemmering: Vorstellungen bis 6. September, Details und Karten: Tel. (0 26 64) 20 025, kultursommer-semmering.at

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