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ParisHauptpreis für Regisseur Brameshuber bei Dokumentarfilm-Festival

Der österreichische Regisseur Sebastian Brameshuber hat mit seinem Film "Bewegung eines nahen Berges" den Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals "Cinema du reel" (15.-24. 3.) in Paris erhalten.

Erfolgreicher Regisseur Sebastian Brameshuber (38) © Manfred Werner/Österreichischer Filmpreisr)
 

Sebastian Brameshubers Film "Bewegung eines nahen Berges" wurde von der internationalen Jury mit dem mit 8.000 Euro dotierten "Cinema du reel Grand Prix" ausgezeichnet. In seinem dritten Langfilm erzählt der 38-jährige Oberösterreicher über den Autoersatzteil-Handel des Nigerianers Cliff am Fuße des steirischen Erzbergs. Bei der heute zu Ende gehenden Diagonale 2019 wurde der Streifen erstmals in Österreich gezeigt und  Kameramann Klemens Hufnagl in der Kategorie "Beste Bildgestaltung Spielfilm" für "Bewegungen eines nahen Bergs" ausgezeichnet.

Zum Film

Schauplatz ist die Werkstatt von Cliff, einem Nigeriane Foto © Panamafilm

Ein Handel mit Autoersatzteilen als Analogie zu den Eisenvorkommen am steirischen Erzberg: Regisseur Sebastian Brameshuber hat mit dieser eigenwilligen Idee einen Film zwischen Dokumentation und Fiktion geschaffen, der in seiner ruhigen Gleichförmigkeit Eindruck hinterlässt. Die statische Kameraführung spiegelt die Gelassenheit der Hauptfigur wider und ist weit davon entfernt, etwas preiszugeben.

Die Sage über die Entstehung des Erzberges ist so etwas wie ein innerer Fixpunkt, der zweimal im Film vorkommt. Es geht dabei um einen Wassermann, der von den Bewohnern der Gegend gefangen genommen wird. Er gibt ihnen den Erzberg als Austausch für seine Freiheit, damit sie "ewig" Eisen hätten. Dass sich diese Ewigkeit mittlerweile erschöpft hat, wirkt auch auf die Entwicklung des verödeten Umfelds.

Schauplatz ist die Werkstatt von Cliff, einem Nigerianer, die in einem aufgelassenen, trostlosen Industriegebiet liegt. Er handelt mit Autoteilen, setzt aber auch Fahrzeuge instand und verkauft sie. Gezeigt wird in sehr ruhigen Bildern sein Alltag, sein Arbeiten, das unaufgeregt immer gleich weitergeht, ohne Hektik, aber auch ohne Leerlauf. Seine Ruhepausen verbringt er ebenfalls in der Werkstatt, er sitzt in einem - in diesem Umfeld exotisch wirkenden - Fauteuil und raucht. Auf dem Grill vor dem Haus steht sein Kochtopf, er versorgt sich selbst mit Essen.

Während das Eisen am Berg längst abgebaut ist, beherrscht es Cliffs Leben nach wie vor. Über das Innenleben des unermüdlich vor sich hin Arbeitenden erfährt der Zuschauer nichts, man sieht nur seine - oft humoristischen - Verkaufsgespräche, oder beruflich bedingte Verständigungen mit seinem Mitarbeiter. Obwohl der Erzberg durch die Geschichte immer präsent ist, sieht man ihn lange Zeit gar nicht. Die erste - und einzige - Totale vom Berg ist gleichzeitig eine Zäsur, denn anschließend wird Cliff bei einem Aufenthalt in seiner Heimat Nigeria gezeigt, wo er Geschäfte abwickelt. Dort erzählt er die Geschichte vom Wassermann erneut, diesmal in seiner Muttersprache. In der letzten Einstellung sieht man Cliff über eine schneebedeckte Straße nach Hause fahren, im Hintergrund ist wieder ein Teil des schneebedeckten Erzbergs zu sehen. Es ist alles kälter und schwieriger geworden, aber es funktioniert immer noch.

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