Diagonale-PreisAllererste Rolle in "Nevrland", zweiter Preis: Simon Frühwirth ist ein Naturtalent

Im Coming-of-Age-Drama „Nevrland“ von Gregor Schmidinger brilliert Simon Frühwirth (18). Für seine allererste Rolle kassiert der Wiener nun den zweiten Preis. Ab 13. September läuft der Film in den Kinos.

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Simon Frühwirth
Außergewöhnlich starke und schlichte Präsenz: der 18-jährige Simon Frühwirth © Orbrock
 

Gratulation zum Diagonale-Schauspielpreis! In einer der ersten Szenen in „Nevrland“ springen Sie in einen See. War dieser Film, Ihr allererster, wie ein Sprung ins kalte Wasser?
Simon Frühwirth: Es passierten viele Zufälle zur richtigen Zeit. Ich habe mich in der Schule nie wohl gefühlt, immer Musik gemacht und dieser Dreh war mein erster Versuch für einen Ausweg. Ein Freund hat mir von dem Casting erzählt. Ich habe das probiert und es war ein Wahnsinnsmoment für mich. Ich ging ohne Erwartungshaltung hin. Dann habe ich die Rolle bekommen und danach die Schule abgebrochen. Das hatte ich schon länger vor und von meiner Familie habe ich den Rückhalt bekommen.


Erste Auszeichnung beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken, nun zweiter Preis bei der Diagonale in Graz. Wollen Sie jetzt eigentlich Schauspieler werden?
Ich will auf jeden Fall weitermachen. Es macht mir sehr viel Spaß. Was bei „Nevrland“ passiert ist, dass wir uns gefunden haben, das war sehr speziell und sollte so sein.

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Diagonale 2019: Das sind die Preisträgerinnen und Preisträger

Das Grazer Orpheum leuchtete Samstagabend nicht nur von außen, drinnen strahlten die frisch gekürten Preisträgerinnen und Preisträger.

Ballguide/Gregor Hiebl

Sara Fattahi erhielt den Großen Diagonale-Spielfilmpreis für "Chaos".

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Nathalie Borgers wurder für ihre Arbeit "The Remains - Nach der Odyssee" mit dem Großen Diagonale-Preis für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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Kulturminister Gernot Blümel, erstmals zu Gast auf der Diagonale, überreichte ihr den Preis.

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Über den Diagonale-Schauspielpreis darf sich Joy Alphonsus für ihr Spiel in Sudabeh Mortezais Drama "Joy" freuen

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Ebenso ein Newcomer und gleich ausgezeichnet: Simon Frühwirth für sein stilles, präzises Spiel in "Nevrland"

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Grandiose Performance als Moderatorin: Schauspielerin Susi Stach in einem goldenen Diagonale-Kostüm

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Viel Spaß mit den weiteren Bildern!

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Sie drehen gerade. Was denn?
Ich stehe gerade für die TV-Produktion „Liebermann“ mit Umut Dag vor der Kamera und im April drehe ich mit Til Schweiger einen „Tatort“. Er hat mir den Preis in Saarbrücken überreicht, einen Monat später sitze ich mit ihm in Berlin bei der Leseprobe. Absurd!


Statt normaler Schule: Reizt Sie eine Schauspielschule?
Ich will dem auf jeden Fall eine Chance geben. Ich bin auch extrem theaterinteressiert und habe eine Regie-Hospitanz im Theater der Jugend in Wien absolviert. Die Abläufe in Film und Theater sind ganz anders, auch der Probenprozess. Ich bin jetzt vom Theatervirus angesteckt.

Hier agiert jemand sehr ruhig. Gibt sich jeder Situation ganz hin, die große Kunst des einfach „da seins“ er ist ganz bei sich, folglich stimmt jede kleinste Reaktion, jeder Blick

Aus der Jurybegründung


Im Netz sind Sie beinahe ein unbeschriebenes Blatt, auch auf Wikipedia. Warum?
Es interessiert mich einfach nicht. Ich setze mich doch nicht hin und schreibe „Simon Frühwirth, 18 Jahre alt, ...“ (lacht).

Nevrland Filmstill Simon Frühwirth Anton Noori
Am 13. September hat "Nevrland" seinen Kinostart Foto © Orbrock


Wie ist es, mit Josef Hader vor der Kamera zu stehen?
Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang wenig über ihn wusste. Er ist ja eher für die Generation meiner Eltern „der Hader.“ Dann habe ich alle seine Sachen angeschaut. Jetzt bin ich ein großer Fan. Er ist genial. Und: Er ist so, wie er ist, auch auf der Bühne.

Kurzkritik zu "Nevrland"

Teenager Jakob jobbt im Schlachthof und bandelt im nächtlichen Chat mit Künstler Kristjan an. Gregor Schmidinger inszeniert die Geschichte eines Erwachsenwerdens in glühenden Tableaux und kann sich dabei auf die Ausdrucksstärke von Newcomer Simon Frühwirth verlassen. UB


In „Nevrland“ muss man sehr viel von sich preisgeben, viel nackte Haut, auch Gewalt. Wie sind Sie damit umgegangen?
Ich habe es einfach gemacht, weil ich von allen im Team ein extrem großes Vertrauen gespürt habe. Ich konnte das ausblenden und wirklich nur diesen Moment finden. Das Musikmachen hat mir dabei geholfen, einfach da zu sein, etwas passieren zu lassen.


Haben Sie für diese Rolle etwas extra etwas lernen müssen: Sprechtraining, oder Körpertraining?
Nein, gar nicht. Wenn ich die Chance bekomme, gehe ich ins Theater und ich schaue mir sehr viele Filme an. Und ich lese extrem viel, was ich in der Schule gehasst habe. Ich möchte so viele Bücher lesen, wie ich kann.

Ob Schrecken oder Scham, Angst oder Ekel oder Lust. all diese Gefühle werde von ihm mit einer absoluten Feinfühligkeit gespielt und nicht vorgeführt. Es macht Freude ihm zuzuschauen, mit ihm zu gehen durch diese Gefühlswelten.

Aus der Jurybegründung


Mit welchen Filmen sind Sie sozialisiert worden?
Groß geworden bin ich mit „Herr der Ringe“ und „Star Wars“. Von meinem Stiefvater, der ein Filmfreak ist, habe ich zu Weihnachten eine Festplatte mit vielen Arthouse-Filmen drauf geschenkt bekommen und ich bin ein bisschen bei den Franzosen hängen geblieben – François Truffaut. Jean-Pierre Léaud Oder aber auch Aki Kaurismäki.

Mit welcher Regisseurin oder welchem Regisseur würden Sie gerne arbeiten?
Mit allen, die ich jetzt kennen gelernt habe. Ich hatte bis jetzt großes Glück und nur tolle Leute kennengelernt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

  • Großer Diagonale-Preis Spielfilm (21.000 Euro): Sara Fattahi für „Chaos“.
  • Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm (21.000 Euro):  Nathalie Borgers für „The Remains – Nach der Odyssee“.
  • Diagonale-Preis Innovatives Kino (10.000 Euro): Jennifer Mattes für „Wreckage takes a holiday“.
  • Diagonale-Preis Kurzspielfilm (5500 Euro): Raphaela Schmid für „Ene mene“.
  • Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm der Diözese (4000 Euro): Johannes Gierlinger für
    „Remapping the origins“.
  • Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes (4000 Euro): Nicolas Pindeus für „Zufall & Notwendigkeit“.
  • Diagonale-Preis Bildgestaltung (je 3000 Euro): Klemens Hufnagl für „Bewegungen eines nahen Bergs“, Christiana Perschon für
    „Sie ist der andere Blick“.
  • Diagonale-Preis Schnitt
    (je 3000 Euro): Peter Schreiner für „Garten“ und Arthur Summereder für „Die Tage wie das Jahr“.
  • Diagonale-Preis Sounddesign (je 3000 Euro): Pia Dumont für „Angelo“, Florian Kindlinger für „Erde“.
  • Diagonale-Preis Szenenbild/Kostüm (je 3000 Euro): Andreas Sobotka und Martin Reiter für „Angelo“ und Carola Pizzini für „Joy“.
  • Diagonale-Schauspielerpreis (je 3000 Euro): Joy Alphonsus für „Joy“, Simon Frühwirth für „Nevrland“.
  • Preis für Innovative Produktionsleistung (20.000): ex aequo an Mona Film für
    „Womit haben wir das verdient?“ und Planet Watch – Film and Video Productions für „Manaslu – Berg der Seelen“.

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