Diagonale-Kritik"To the Night": Schuldgefühle und andere Abgründe

Peter Brunner erzählt in "To the Night" die beunruhigende Geschichte eines jungen Mannes, der von einem Kindheitstrauma aufgerieben wird.

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"To the Night" mit Caleb Landrx Jones, Eleonore Hendricks: Einblicke in eine verheerte Persönlichkeit © Freibeuter Film
 

Norman könnte es gut mit sich und seiner kleinen Familie haben, aber der junge Künstler, der in seinen Ausstellungen  Babyskulpturen aus Eis unter Hitzelampen schmilzt, wird von einem Kindheitstrauma verfolgt, das seine gesamte Existenz infrage stellt. seine Eltern sind bei einem Brandunglück ums Leben gekommen, eine unüberwindliche Erinnerung für den jungen Mann, der mit Frau und Kind und Freunden in einem lichtdurchfluteten Loft in Brooklyn lebt.

Caleb Landry Jones ("Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") spielt in Peter Brunners außergewöhnlichem Psychodrama mit fast beängstigender Intensität eine verheerte Persönlichkeit, die von sich selbst wie verschluckt wird und auch die, die ihm nahe stehen, versehrt - etwa durch plötzliche Gewaltausbrüche gegen seine Partnerin (Eleonore Hendricks).

In konsequent grungiger Ästhetik und weit abseits erzählerischer Konventionen findet Brunner zu einem emotionalen Narrativ, in dem neben Landrys abgründigem Künstlerporträt noch Platz ist für dessen mysteriösen Freund Andi, dem Christos Haas bemerkenswerte Kontur verleiht.
Nächster Diagonale-Termin: 23. März, 14 Uhr, UCI Annenhof.

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