Diagonale-KritikSara Sattahis "Chaos": von Tod und Flucht verwundete Frauenleben

Sara Fattahis "Chaos" untersucht Kriegsfolgen am Beispiel dreier Frauenleben. Ein filmischer Essay, der das Unsagbare bebildert und Unsichtbarem Klang gibt.

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Szene aus "Chaos" von Sara Fattahi
Szene aus "Chaos" von Sara Fattahi © Little Magnet Films
 

"Ein Toter bin ich der wandelt / gemeldet nirgends mehr / unbekannt im Reich des Präfekten / überzählig in den goldenen Städten / und im grünenden Land" - Ingeborg Bachmanns Gedicht „Exil“ und Sätze wie „Jeder wusste, dass die Sonne eine Zeit lang nicht herauskommen würde, weil alle sterben mussten“ bilden den akustischen Handlauf für Sara Fattahis Film über drei syrische Frauen und ihre Traumata von Krieg und Heimatlosigkeit.

Eine legt dem toten Sohn jeden Tag die Kleidung heraus, eine versucht den erlebten Schrecken durch Kunst zu bannen, eine macht sich unsichtbar, mitten in der Stadt. Mit in Damaskus, Wien, Schweden eingesammelten Fragmenten dreier von Tod und Flucht verwundeter Frauenleben bebildert die aus Syrien stammende Filmemacherin das Unsagbare und gibt dem Unsichtbaren einen Klang. Ein lange nachhallender Film.

Annenhof, 22. März, 21.15 Uhr

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