Wenn diese Diagonale eines bewiesen hat, dann das: Der Film-Nachwuchs in diesem Land strotzt vor Mut, Haltung, Durchsetzungskraft und Kreativität. Zu diesem Befund kamen auch die Jurys und zeichneten vor allem Debütfilme aus: Mo Harawes erster Langfilm „The Village Next to Paradise“ räumte gleich vier Preise ab: Großer Spielfilmpreis, Thomas Pluch-Drehbuchpreis, Preis für die beste Kamera sowie jenen für herausragende Produktionsleistungen. Gedreht in Somalia, hat der 33-Jährige mit seinem Cannes-Film eindrucksvoll demonstriert, wie international das Austro-Kino mittlerweile ist. Auch dessen Widerstandskraft zeigte sich deutlich: Lisa Polster (Jahrgang 1996) hat sich in ihrem Langfilmdebüt „Bürglkopf“ von fehlender Drehgenehmigung nicht abwimmeln lassen – und hat beharrlich die abschottende österreichische Asyl-Politik mitten im Tiroler Bergidyll dokumentiert.
Diagonale-Preise
Um den Film-Nachwuchs muss man sich nicht sorgen, um den Umgang der Politik mit ihm sehr wohl
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