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Rede in der HofburgPeter Handke über Österreich: „Mein fruchtbarer Größenwahn, den ich jedem von euch wünsche“

Nobelpreisträger Peter Handke war am Montag bei Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen in der Hofburg zu Gast. Und bedankte sich für den Abend mit dem feurigen Aufruf, das Land groß zu denken.

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Handke in der Hofburg: "Kleines Land? Das lass ich mir nicht bieten" © Hubert Patterer
 

Montagnacht in der Hofburg, im alten Musikzimmer Maria Theresias. Alexander Van der Bellen gibt ein Essen zu Ehren Peter Handkes, des Nobelpreisträgers. Der Gast sitzt mit blauer Krawatte neben ihm. Heinz Fischer, der Vorgänger, ist da, der grüne Vizekanzler, der Kärntner Landeshauptmann, Martin Kušej, der Direktor des Burgtheaters, die Schriftstellerin Maja Haderlap, der Verleger Lojze Wieser, alles große Kärntner aus Handkes Kontinent. Das Staatsoberhaupt entschuldigt sich und legt das Manuskript beiseite. Er will nicht bluffen. Er sei halt Ökonom, kein Literaturkritiker. Er wisse nicht einmal, ob er den Gast als Österreicher ansprechen und für das Land reklamieren dürfe. Bei Musil hätte er keine Hemmungen, Österreicher zu sagen, aber bei ihm, Handke? „Dann legen Sie doch auch bei mir Ihre Hemmungen ab!“, entfährt es dem heiter gestimmten Gast. Dann spricht er selbst. Die Tischrede: ein leidenschaftlicher Appell, das Land groß zu denken. Dieser Imagination verdanke er alles.

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