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Hohe KrimikunstEin deutsches Sittenbild mit vielen Rissen

Franz Dobler taucht in "Ein Schuss ins Blaue" erneut tief in in die düstere deutsche Realität.

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Simone Buchholz, Friedrich Ani, Max Annas und Franz Dobler - das ist ein magisches deutsches Quartett, das immer wieder dafür sorgt, dass Kriminalliteratur sich auch sprachlich und stilistisch auf höchstem Niveau bewegt. Wobei Franz Dobler mühelos jenen lakonischen Erzählton beherrscht, über den US-Großmeister wie Chandler verfügten. Sein Protagonist Robert Fallner, Ex-Polizist, der sich als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser hält, erhält von seinem Bruder, Boss einer einer dubiosen Sicherheitsfirma, den Auftrag, in einen radikalen Islamisten aufzuspüren. Zwei Millionen Dollar sind als Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Ein nettes Sümmchen.

Treffsicher

Weniger nett, sondern höchst beklemmend ist es, wie geschickt Franz Dobler eine anfangs trügerisch leicht erscheinende Locker-vom-Hocker-Geschichte Schritt für Schritt mit der düsteren deutschen Realität verzahnt und vor allem auch den Rechtsextremismus und die oft dubios agierenden Geheimdienste treffsicher ins Visier nimmt. Deutschland im Spätherbst, viel Nebel verschleiert die Wahrheit. Ein wichtiges Buch zur tatsächlichen politischen Lage.

Lesetipp: Franz Dobler. Ein Schuss ins Blaue. Tropen, 20,50 Euro.

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