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PflichtlektüreSchweinisch gut und unentbehrlich

Jean-Baptiste Del Amo beweist in "Tierreich", wie man die Welt in einem Schweinestall unterbringen kann, Kenif Haruf verführt in eine Kleinstadt-Idylle, Rachel Cusk zerlegt ihr Eheleben. Als Zugabe: eine wunderbar skurrile Akrtis-Reise.

Brachial ausgemistet: Jean-Baptiste Del Amo © 
 

Es ist reiner Zufall, gewiss, aber es verblüfft doch immer wieder, welche neuen, vom Autor keineswegs geplanten Querbezüge sich durch die Pandemie ergeben können. Wer denkt zum Beispiel nicht an den Namen Tönnies, an sein gigantisches Schlachtimperium und an die skrupellose Ausbeutung der Arbeiter, wenn in einem Roman die zentrale Rolle eine Dynastie von Schweinezüchtern die Rede ist? Obwohl der exzellente französische Autor Jean-Bapiste Del Amo (39), für sein drastisches Debütwerk „Die Erziehung“ vor drei Jahren mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, ein gänzlich anderes Ziel vor Augen hatte. Er schuf, da muss gleich Entwarnung gegeben werden, kein Corona-Buch (die jetzt massenweise folgen werden). Aber er zeigt die Degradierung des Menschenund dessen Herabwürdigung zu einem Nutztier auf zwei Beinen. Und da lassen Tönnies & Co. grüßen, auf grauenhafte Weise.

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