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Reaktionen auf den NobelpreisClaus Peymann: "Das ist die schönste Nachricht!"

Vom ehemaligen Burgtheaterdirektor Claus Peymann bis hin zu Handkes Verleger Jochen Jung: Weitere Reaktionen zum Literaturnobelpreis für Peter Handke.

Claus Peymann und Peter Handke
Claus Peymann und Peter Handke © (c) EPA (Valdrin Xhemaj)
 

Mit großer Freude hat der ehemalige Burgtheaterdirektor Claus Peymann, der mit Peter Handke zahlreiche Stücke als Regisseur erarbeitete, auf die heutige Entscheidung reagiert. "Dass Peter Handke den Nobelpreis für Literatur bekommt, ist die schönste Nachricht!", so Peymann schriftlich auf Anfrage der Austria Presse Agentur. "Handke ist ein Dichter, durch dessen Augen wir die Welt anders sehen."

"Die Heldinnen und Helden seiner Romane und seiner Stücke begleiten uns weiter, auch nachdem wir die Bücher zugeklappt und die Theater verlassen haben. Das Theater verdankt ihm viel - ich verdanke ihm viel! -, und auch deshalb macht die Nachricht vom Nobelpreis Mut und Hoffnung. Das Theater braucht Poesie, Geheimnis und Stille - gegen die Raumverdränger und das Gegenwartsgeplapper unserer Zeit. Der Nobelpreis möge Handke bestärken, mit uns und für uns weiter daran zu glauben."

Zum Abschluss des Tages der Literaturnobelpreisvergabe an Peter Handke haben sich Weggefährten und literarische Beobachter im ORF versammelt, um den Ausgezeichneten zu würdigen. "Er ist ein Widerspruchsgeist und so etwas wie der Rappelkopf der österreichischen Literatur", konstatierte Literaturwissenschafterin Daniel Strigl in der ORF2-Sondersendung.

Handke stelle sich gegen den Mainstream der kolportierten medialen Meinung, was auf ihn zurückschlage. "Er war Opfer von Medienkampagnen und einer Maschinerie, die loslegt, wenn einer was sagt, mit dem niemand rechnet", so Strigl. "Vielleicht ist Peter Handke in seinem Auftreten und seinem Image so etwas wie der Bob Dylan der Literatur", zog sie eine Parallele zu einem früheren Nobelpreisträger. Das literarische Werk sei hingegen etwas anderes: "Wenn man Handke ernst nimmt, kann man sich nicht ersparen, sich auf die Bücher einzulassen."

Handkes Verleger Jochen Jung forderte ebenfalls, keine alten politischen Diskussionen aufzukochen: "Er ist ein sehr gescheiter Mensch, der weiß, was er sagt und was er zu sagen hat." Und auch Bernhard Fetz, Leiter des Literaturarchivs der Nationalbibliothek, hob die literarische Bedeutung der Auszeichnung hervor: "Mit der Verleihung an Peter Handke wurde eine literarische Entscheidung und keine politische getroffen, auch wenn sie jetzt wieder so kontroversiell diskutiert wird. Aber ich denke, dass die Juroren zuerst die literarische Qualität ausgezeichnet haben."

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