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Buch der WocheFlorjan Lipuš: Totentanz auf dem Schotter der Zeit

„Schotter“ von Florjan Lipuš. Eine schonungslose Abrechnung, ein Weltgericht, reich an Klagen, noch reicher an Anklagen, ein Wortgewitter, das klein macht.

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Vernichtendes Urteil: Florjan Lipuš
Vernichtendes Urteil: Florjan Lipuš © APA/BKA/Andy Wenzel
 

Die totale geistige Finsternis hatte den letzten guten Gedanken aus dem Dorf vertrieben.“ Das ist nur einer unter vielen düsteren Sätzen, die nicht nur unter die Haut gehen. Sie brennen sich ein, geschrieben in einer Sprache, die, wie Peter Handke schreibt, zwischen den Zähnen knirscht. In etlichen Passagen gleicht „Schotter“ von Florjan Lipuš der „Todesfuge“ von Paul Celan. Mit einem kleinen, lediglich formalen Unterschied. Der slowenische Dichter von Weltgeltung entschied sich bei seinem Abstieg in tiefste menschliche Abgründe für eine epische Form. Teils mag dies einem Klagelied gleichen, vor allem aber ist es eine erbarmungslose Abrechnung und Klageschrift samt Urteil, das vernichtender nicht hätte ausfallen können. Es macht demütig, es macht klein, es lehrt wortgewaltig das Fürchten, aber auch die Demut.

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