Türkei-KonfliktMedienpreisträgerin Asli Erdogan: "Gefängnis ist wie Krieg"

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan, hat ihre Haftzeit in der Türkei noch nicht verwunden. Das berichtet die Menschenrechtsaktivistin, als sie nun in Leipzig den Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien entgegennahm.

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Schriftstellerin Asli Erdogan © APA/AFP/dpa/MOHSSEN ASSANIMOGHAD
 

Die türkische Journalistin und Schriftstellerin Asli Erdogan hat ihre Haftzeit in einem Gefängnis in der Türkei nach eigenen Angaben noch nicht verwunden. "Gefängnis ist wie Krieg", sagte sie am Freitag in Leipzig. Die Erinnerung daran bleibe ein Leben lang.

Der diesjährige Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse geht an Erdogan und den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel. Yücel konnte den mit 30.000 Euro dotierten Preis nicht persönlich entgegennehmen, weil er in der Türkei seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Asli Erdogan hatte über die Haftbedingungen in türkischen Gefängnissen und die Unterdrückung der Kurden berichtet. Sie war unter anderem wegen Volksverhetzung mehrere Monate in der Türkei in Haft.

Erst vor wenigen Wochen wurde eine Ausreisesperre gegen sie aufgehoben. "Meine Freiheit habe ich der internationalen Solidarität zu verdanken", sagte Erdogan. Die Medienstiftung will durch durch die jährliche Vergabe des Preises für die Freiheit und Zukunft der Medien die Freiheit der Presse unterstützen.

Im vergangenen Jahr wurden die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde Asli Erdogan auch mit dem Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis "für ihre herausragenden Verdienste um die Sicherung der Menschenrechte" ausgezeichnet. Bei der feierlichen Verleihung im Juni in der Nationalbibliothek in Wien fehlte sie jedoch. Die 50-Jährige durfte damals nicht aus der Türkei ausreisen.

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