„Um einen Film zu machen, genügen eine Waffe und ein Mädchen.“ „Film ist ein Schlachtfeld. Liebe, Hass, Action. Tod. In einem Wort: Emotion“. „Fotografie, das ist die Wahrheit. Und der Film ist die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde.“ Niemand zwängte die Faszination Kino in lässigere Aphorismen als Jean-Luc Godard. Doch der Mann war kein bloßes Großmaul, sondern einer der wesentlichsten Erneuer des Kinos.

Ende der 1950er drehte eine Gruppe junger Franzosen das Kino auf links. Es waren Filmverrückte, die ihre Leidenschaft in der Zeitschrift „Cahiers du Cinéma“ lodern ließen, bevor sie selbst hinter die Kamera drängten. Sie verachteten französische Filme, sie liebten Hollywood und änderten als „Nouvelle Vague“ die Filmgeschichte. Unter ihnen: Jean-Luc Godard. Sein Debüt 1960 war ein Erdbeben. Die Gangstergeschichte „Außer Atem“ mit Jean Paul Belmondo und Jean Seberg ist voller „falscher“ Schnitte und Kameraperspektiven. Godard brach die Regeln des Kinos mit dem Furor dessen, der diese gar nicht beherrscht. Im Zentrum seiner früheren Filme immer wieder: die unerfüllte, unmögliche Liebe.