"Ich mache gerne atypische Dinge. Und der Alfons Haider hat so lange gebenzt, weil er auch ein anderes Programm auf dieser tollen Bühne haben will, bis ich ja gesagt habe", gestand uns Andreas Gabalier backstage vor seinem ersten Mörbisch-Konzert. Er stand zwar im Frühjahr schon im Rahmen der ORF-"Starnacht" vor dem Palast des Musicals "Der König und ich" auf der Bühne der Seefestspiele, aber das war ja nur ein Playback-TV-Auftritt. Nun feierte er mit seiner toll besetzten Band "Back to Live". Steht für ihn "für Lebensfreude und Freiheit nach drei Jahren Auszeit, denn das alte Leben bekommt neue Fahrt" – und jedes Wort (besonders: "Freiheit") des 37-Jährigen bejubelten die 5500 Besucher, die für einen Platz in den vorderen Reihen rund 130 Euro bezahlt haben.

Eine untypisch kleine Dimension für Gabalier vom "Steirerland", aber gerade das wurde von seinen Fans geschätzt. Trotz Bestuhlung war der Tanzboden schon in der ersten Viertelstunde eröffnet. Und der "Mountain Man" und "Bergbauernbua" (beides Liedtitel des Erfolgssängers) betont an diesem Abend noch oft die "drei Jahre" und den "Return".

Würde der Steirer heute eine Partei gründen oder als Bundespräsident kandidieren, hätte er schon angesichts des mehrmaligen Zwischenapplauses bei den Songzeilen von "A Meinung haben" (etwa: "Heute so, mit felsenfester Meinung . . . doch wenns ned aufgeht, is morgen kana do") viele Stimmen. Von seinem "fesch aufgeputzten" Publikum (O-Ton Gabalier), die "den Coronaschmarrn nicht mehr wollen".
Der Schweiß floss in rot-weiß-karierte Tüchlein: "So viel Begeisterung zu spüren, ist wunderschön", dankte der Rock 'n' Roller seinem Volk. Auch 2022 über sein Hirschgeweih-Mikrofon.
In Mörbisch waren allerdings unzählige, noch nicht Stimmberechtigte dabei. "Hallihallo" kennt eben kein Alter.

Gabaliers Volks-Rock-'n'-Roll-Bühne vor den Kulissen des Mörbisch-Musicals von Richard Rodgers
© APA/TOBIAS STEINMAURER


An den Requisiten hat sich ja in den drei Jahren nichts geändert, das Publikum bekam ein Best-of-Gabalier-Programm neben sechs Titeln vom aktuellen Album "Ein neuer Anfang" inklusive des Titelsongs, "Südtirol", und natürlich der jüngsten Party-Hymne "Bügel dein Dirndl gscheit auf", worin es nicht nur um knitterfreie Stoffe geht. Was Kritiker angeht, zeigt sich Gabalier ohnehin gelassener: "Es muss wohl bei jemanden wie mir immer welche geben, die draufhauen", lächelt er gelassen hinter den Kulissen.

Blick ins Publikum beim Mörbisch-Konzert von Andreas Gabalier
© APA/TOBIAS STEINMAURER


"Back to Live" heißt es noch in München (6. August) und Kitzbühel (19./20. August). Für 2023 hat Alfons Haider als Mörbisch-Intendant übrigens Andrea Berg eingeladen. Als Musical wird "Mamma Mia!" laufen.