Der Klang der Geige steht für Ernest Hoetzl, den musikalischen Leiter des Musikvereins Kärntens, gemeinhin für westlich-klassische Musik. Dies ist wohl auch einer der Gründe, warum die kommende Saison neben Konzerten der Jeunesse Klagenfurt auch einige Violinkonzerte bieten wird. Den Anfang macht am 18. September das Ensemble "Kremerata Baltica & Gidon Kremer '100'". Kremer nämlich geht auf große Tournee, anlässlich seines 75. Geburtstags. "Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters vermute ich, dass wir ihn das letzte Mal in Klagenfurt erleben können", sagt Hoetzl. Zusätzlich zu seinem eigenen Jubiläum feiert Kremer auch das 25-jährige Bestehen seiner Kremerata Baltica. "Ein Highlight sind sicher 'Las Cuatro Estaciones Porteñas', die vier Jahreszeiten der Südhalbkugel", so Hoetzl.

Als nächstes Konzert folgt das eines Künstlers, von dem man jetzt noch nicht weiß, wer es sein wird. Wie das geht? "Der Gewinner der im Sommer stattfindenden Dubai-Violin-Competition darf am 13. Oktober mit den Berliner Symphonikern Alexey Shors Violinkonzert spielen", erklärt Hoetzl, der das Konzert auch selbst dirigieren wird. Coronabedingt musste das Konzert des Kazakh National Symphony Orchestra mit Violinistin Aiman Mussakhajaeva von November 2021 auf den 5. November dieses Jahres verschoben werden.

Von Kasachstan nach Korea

Neben Kasachstan habe aber "auch Korea eine tolle klassische Musikszene". Der österreichische Komponist Herbert Willi hat eine besondere Affinität zu diesem ostasiatischen Land und das Stück "Dschabi Shim" komponiert. Neben weiteren Kompositionen wird dieses vom Corean State Symphony Orchestra Bucheon (Seoul) am 30. November zur Feier der 130-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen Korea und Österreich gespielt.

Am 26. Februar 2023 wird es ein Konzert des Kärntner Sinfonieorchesters unter Dirigent Nicholas Milton geben, auch diesmal wieder mit dabei: die kasachische Violinistin Mussakhajaeva. Die Budapester Symphoniker MAV treten am 22. März auf. "Es ist bemerkenswert, dass das Bahnunternehmen 'MAV' ein so hochwertiges Orchester erhält. Das Konzert wird einfach klassisch", sagt Hoetzl. Zu hören gibt es eine Ouvertüre aus der Zauberflöte, Mozarts Flötenkonzert Nr. 2 sowie Beethovens Schicksalssinfonie.

Im letzten Konzert des Musikvereins am 27. April erleben wir laut Hoetzl die Uraufführung einer Franz-Schubert-Symphonie. Diese wurde von Schubert selbst nur ansatzweise instrumentiert. "Richard Dünser vollendete sie und Thomas Rösner wird sie mit Benjamin Schmid an der Violine uraufführen."

Ein echtes Schweineherz und geistliches Werk

Auch die Jeunesse Klagenfurt hat in der kommenden Saison einiges zu bieten. Das Euro Symphony SFK Orchester der Jeunesse (SFK steht für Slowenien, Friaul und Kärnten) gibt am 24. September ein Flöten-Harfen-Konzert im Klagenfurter Wappensaal. Mit dabei sind eine friulanische Flötistin und eine Harfenistin des KSO. "Für den slowenischen Aspekt konnten wir Bernarda Fink gewinnen, die Maja-Haderlap-Gedichte interpretieren wird", freut sich Hoetzl. Der Gailtaler Komponist Christof Ressi vertonte die Gedichte.

Es wird auch drei sehr spezielle Projekte geben: Beginnend mit "Herz_freitanz" am 11. November im Gemeindesaal St. Ruprecht, einer Tanzperformance, die zeigt, was man mit einem echten Schweineherzen tun kann. "Im Rahmen dieser avantgardistischen Aufführung wird ein Kardiologe diesem Herzen einen Stant setzen", sagt Hoetzl. "Ganz anders wird der Auftritt von 'Die Strottern' am 25. März im Café im LustGarten", nämlich ein alternativer Wienerlied-Heuriger mit ironischem Blick auf die Wienerlied-Szene. Dort tritt am 10. Mai auch das Duo Saltando auf, "eine interessante Kombination von Violine und Hackbrett". Den Abschluss macht am 14. Mai "Magnificat", ein geistliches Werk im Dom zu Maria Saal. "So schließt sich", laut Hoetzl, "auch der Bogen zum Thema Violine."

Abgerundet wird das Programm durch Kinderkonzerte wie "Oh Wunderbaum" am 19. November oder "Ida und der fliegende Wal" am 22. April. Karten und nähere Infos finden Sie hier.