Viele Generationen hat die österreichische Schriftstellerin Christine Nöstlinger mit ihren „Geschichten vom Franz“ beim Lesen lernen begleitet. Jetzt kommt die Romanfigur mit Jossi Jantschitsch, Sohn von Eva Jantschitsch und Maschek-Mitglied Peter Hörmanseder, in der Hauptrolle als Leinwandabenteuer zurück.

Angesiedelt in der Gegenwart hat sich nichts verändert: Franz ist der Kleinste in seiner Klasse. Und seine Stimme piepst immer noch, wenn er sich aufregt. "Na? Zunge verschluckt?", fragt der strenge Lehrer Zick Zack und ist auch keine große Hilfe. Noch ärgerlicher ist allerdings, dass der Franz wegen seiner Locken nach wie vor für ein Mädchen gehalten wird. "Ich würd mich freuen an deiner Stelle. Das heißt nur, du bist zu schön für einen Buben", beschwichtigt Freundin Gabi. Bringt aber alles nichts. Abhilfe muss her: Ein richtiger Kerl will er jetzt werden, der Franz. Ein „Alphamann“ mit aufgepumpten Ärmeln. Bei der Verwandlung vom Hugo zum Boss sollen die Videos von YouTube-Influencer Hank Haberer helfen.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Also wird die halbe Portion ins Macho-Dasein eingeführt. Auf der Beliebtheitsskala der Schule verschafft ihm das die Pole-Position. Nur besonders liebenswert, das sind Alphas offenbar nicht und so beginnt die Freundschaft zu Gabi zu leiden. Ob nicht vielleicht der Papa Fröstl (Simon Schwarz) ein besseres Vorbild ist? Der ist als Hausmann immerhin glücklich. Ganz ohne Muskeln, aber dafür mit  selbstgebackenem Polenta-Kirschkuchen für seine Frau (Ursula Strauss).



Eine Empfehlung ohne Vorbehalte

Mobbing in Schulen, das ist ein großes Thema, an dem auch die "Geschichten vom Franz" nicht vorbeigkommen. Kindgerecht und unaufgeregt in der Tonalität greift Regisseur Johannes Schmid nach einem Drehbuch von Sarah Wassermair das Gefühl des Nicht-Angenommen-Werdens auf und bricht mit angestaubten Rollenbildern.

Dass die Christine-Nöstlinger-Verfilmung in die Gegenwart gehoben wurde, tut der Sache keinen Abbruch: Der Wiener Schmäh blitzt trotzdem immer wieder durch. Manchmal mit viel Charme, aber stellenweise auch herrlich goschert. Es ist ein schnörkelloser Film, der ohne viel Chichi auskommt und seinem wunderbaren Hauptdarsteller Jossi Jantschitsch viel zu verdanken hat. Oder wie es Franz' allerklügste Freundin Gabi ausdrücken würde: „Ich kenne niemanden, der so gut franzt wie du.“