Schauspieler Gregor Bloéb wird neuer künstlerischer Leiter der Tiroler Volksschauspiele in Telfs. Dies hat die Generalversammlung der Volksschauspiele Montagabend einstimmig beschlossen. Der Sommer 2023 wird die erste Saison sein, die der 54-jährige Tiroler verantworten wird.

Bereits im Oktober wolle er sein erstes Programm präsentieren, so der Bruder von Schauspielstar Tobias Moretti: "Unser Publikum und unsere Geldgeber sollen gleich mal wissen und spüren können, dass wir uns ordentlich ins Zeug hauen werden und es im besten und lustvollsten Sinne krachen lassen wollen." Es sei ihm wirklich ein Herzensanliegen, "dieses Festival mit dem, was ich an Ideen, Spirit und Leidenschaft einbringen kann, neu zu beleben und wieder zu einem Theaterfest für alle zu machen", wurde Bloéb in einer Aussendung der Volksschauspiele zitiert. Die Volksschauspiele werden unter anderem von Bund und Land Tirol gefördert.

Breé: "Wir haben uns nicht leicht gemacht."

Bloéb hatte sich laut den Volksschauspielen Montagnachmittag einer hochkarätig besetzten Findungskommission gestellt. Letztlich setzte er sich gegen 15 andere Kandidaten - darunter drei Frauen - durch. "Die Konzepte der Hearingkandidat:innen waren allesamt hoch spannend, wir haben viel diskutiert und es uns wirklich nicht leicht gemacht", resümierte der im Tiroler Mieming lebende Drehbuchautor und Regisseur Uli Brée als Sprecher der Findungskommission. Mehr als zufrieden zeigte sich auch der Telfer Bürgermeister Christian Härting: "Wir freuen uns sehr, dass wir für diese Funktion einen Künstler gewinnen konnten, der sich nicht zuletzt durch die Tiroler Volksschauspiele für den Beruf des Schauspielers entschieden hat - und nun sein Können, seine Erfahrung, seine Strahlkraft und Begeisterungsfähigkeit in den Dienst der Tiroler Volksschauspiele stellen will".

Der sowohl auf den Theaterbühnen, als auch in Film und Fernsehen erfolgreiche Bloéb folgt auf den im September ausscheidenden, bisherigen künstlerischen Leiter Christoph Nix. Ende 2021 war bekannt geworden, dass dessen Vertrag einvernehmlich und auf eigenem Wunsch zwei Jahre vor Ende der Laufzeit aufgelöst wird. Es soll zu Kompetenzstreitigkeiten und Zerwürfnissen gekommen sein. Streitereien hatte auch die letzte Jahre der Volksschauspiele in der Oberländer Marktgemeinde geprägt. So kam es etwa zum Disput zwischen dem Verein Tiroler Volksschauspiele und der 2019 gegründete GmbH der Tiroler Volksschauspiele. Erfolgsautor Felix Mitterer legte alle seine Funktionen in der GmbH nieder.

Bloéb wirkte bereits in frühen Jahren der Tiroler Volksschauspiele mit. So hatte er unter anderem Rollen in Stücken wie "Gaismair" und "Drachendurst" oder "Der Rostige Ritter" von Mitterer inne. Der Schauspieler soll die Spiele wieder der Uridee nahebringen, hieß es in dem Bericht des ORF Tirol - nämlich exemplarisches Volkstheater mit besonderen Tiroler Schauspielerinnen und Schauspielern auf die Bretter zu bringen sowie Uraufführungen zu erarbeiten.

Die Leitung eines Theaters ist für Bloéb, der mit der Schauspielerin Nina Proll verheiratet ist, kein Neuland: Er leitete zehn Jahre lang den Haager Theatersommer in Niederösterreich.