EssayDie gehetzte Gesellschaft im Zeitalter der Geschichten

Wir leben im Zeitalter der Geschichten und des Wettstreits um Aufmerksamkeit. Ein Blick auf alte und neue Überforderung, auf letzte Kollektiverlebnisse und die Überbleibsel von Gestern.

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Szene aus "Squid Game" von Netflix. Streamingplattformen präsentieren jedes Jahr Hunderte neue Serien und Filme. © Netflix
 

Michael Endes graue Männer würden heute nicht mehr Friseuren vorrechnen, wie sie Zeit sparen könnten. Die Gegenspieler der Genügsamkeit säßen in sterilen Palästen im Silicon Valley, wo sie in der Aufmerksamkeitsökonomie ihre logische Heimat fänden. Sie würden Filme und Serien drehen, wären Social-Media-Giganten oder würden sich mit dem Verfassen zynischer Achtsamkeitsratgeber amüsieren. Sie wären Meister der Zeit, Meister der Erzählzeit.

Kommentare (1)
zweigerl
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Lesenswert?

Geniale Überschrift

"Flächenbrand statt Lagerfeuer" drückt es punktgenau aus. Die Medientsunamis, die sich täglich auf den wehrlosen User stürzen, wurden längst zur PLage. Soll ich jetzt auch noch die Zeitung X,Y neben der Kleinen Zeitung, der ich heute wieder 2 Lese(Lebens-)Stunden widme, per Gratisprobeabo dazubestellen? Warum aber die KlZtg, die mir heute den Zahlschein für € 382,92 ins Haus geschickt hat? Brauche ich deren KOmmentare zum ständig tickenden Nachrichtenstrom in den elektronischen Medien? Ich will doch auch meine 7 Weihnachtsbücher lesen! Beiträge wie die von Daniel Hadler heute sind ein Proargument.