PersonaliaRochaden im Kulturbetrieb

Die einen gehen, die anderen kommen: Bei bedeutenden heimischen Kulturadressen stehen in Bälde personelle Entscheidungen und Veränderungen an.

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© MONTAGE
 

Ende April waren von den Bühnen Graz die Intendanzen von Schauspielhaus und Oper ab 2023/24 neu ausgeschrieben worden. Die Nachfolgerin von Iris Laufenberg (55), die 2023 ans Deutsche Theater Berlin wechselt, stellte man ja am Montag (8. November) schon vor: die Kölnerin Andrea Vilter (55).

Der Bühnen-Aufsichtsrat muss nun auch über die Nachfolge von Nora Schmid (43) entscheiden, die seit 2015 die Oper leitet und mit der Spielzeit 2024/25 Intendantin der Semperoper Dresden wird. Laut Bühnen-Chef Bernhard Rinner hat man aus 20 Bewerbungen (teils Doppelspitzen) fünf für eine Shortlist ausgewählt, die Kandidatinnen und Kandidaten sind Mitte Dezember zu Hearings geladen. Im Falle des Next Liberty, das seit 2004 künstlerisch und geschäftsführend von Michael Schilhan (57) geleitet wird, erfolgt die Ausschreibung erst Ende des Jahres.

Ausständig ist auch der Entscheid über die Zukunft der Führung des steirischen herbstes. Ob die Moskauerin Ekaterina Degot (62), seit 2018 und noch bis 2022 im Amt, verlängert wird, steht in den Sternen. Bewerben kann sie sich selbstverständlich wieder. Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) und Günter Riegler (ÖVP), der nun fix  auch in der neuen Grazer Stadtregierung Kulturstadtrat bleibt, starten als Eigentümervertreter in den nächsten Wochen den Ausschreibungsprozess.

Auch bei der styriarte könnten neue Entscheidungen nahen: Mathis Huber, mit 32 Jahren Amtszeit der längstdienende Intendant in Österreich, wird am Freitag auch schon 63 Jahre alt. Ebenfalls Langzeitchef ist Peter Weibel: Seit 1999 fungiert er als künstlerischer Vorstand des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe. Nach mehreren Verlängerungen läuft der Vertrag des 77-Jährigen im März 2023 aus, die Nachfolgesuche geht nach deutschen Medien gerade in die heiße Phase.
Bei der Diagonale wurden die Verträge des Führungsduos Sebastian Höglinger (38) und Peter Schernhuber (34) im März ja um ein Jahr bis 2023 verlängert.

Seit 1995 war Helga Rabl-Stadler (73) Präsidentin der Salzburger Festspiele. 2020, zum 100-Jahr-Jubiläum des Festivals, wollte sie gehen, hängte wegen der Pandemie aber noch ein Jahr an. Ende Dezember ist nun definitiv Schluss. 32 Bewerbung für das Amt gibt es seit 1. November – von 19 Frauen und 13 Männern, von 22 aus Österreich und zehn aus dem Ausland.

Beim Blick in den Kaffeesud fielen schon etliche Namen. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (65) will noch eine Zeit lang in der Politik bleiben. Ob Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (60), die sich laut Salzburger Nachrichten tatsächlich beworben hat, nur die Platzhalterfunktion zukommt, wird sich weisen. Genannt wurden auch die frühere Außenministerin Ursula Plassnik (65),  Europaministerin Karoline Edtstadler (40), Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager (55), DomQuartier-Leiterin Elisabeth Resmann (47) und Sarah Wedl-Wilson (52), Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Zudem Johannes Honsig-Erlenburg (58), Wirtschaftsanwalt und Präsident der Stiftung Mozarteum. Und Alexander Wrabetz (61), noch bis Dezember ORF-Generaldirektor.

An anderer Stelle gibt es in Salzburg Aufregung: Linus Klumpner (33) wird ab 2022 Leiter der Mozartmuseen in Mozarts Geburts- und Wohnhaus. Der Kunsthistoriker ist fachlich kompetent, Kritik gibt es aber (u. a. vom „Standard“), dass der Salzburger ohne Ausschreibung bestellt worden sei und es für ihn, derzeit im Kabinett des von der ÖVP geführten Außenministeriums tätig, politischen Schub gegeben habe.

Kommentare (2)
Mastermind73
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Die linksgedrehten

werden schon dafür sorgen, dass Herr Schilhan auch noch seiner Funktion entfernt wird. Hat man ja in der Volksoper mit Meyer auch gemacht. Was zählen schon die Erfolge langer Amtszeiten. Heute reicht es in dieser Stadt schon, als Qualifikation nur "Frau" zu sein...

HoellerP
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Du meine Güte...

....ein bisserl einfach betrachtet.