Reichenau lautet die nächste Karrierestation von Burgschauspielerin und Reinhardt-Seminar-Chefin Maria Happel: Die 58-Jährige zeichnet ab 2022 für das Theater Reichenau respektive die renommierten Festspiele Reichenau verantwortlich, wie am Donnerstag in Wien bekanntgegeben wurde. Damit gelingt der gebürtigen Deutschen, die sich bereits für die Spitze des Volkstheaters beworben hatte, nun tatsächlich der Sprung in eine Theaterleitung.

Geboren wurde Maria Happel am 16. Oktober 1962 im bayerischen Elsenfeld, inmitten des Spessarts. Nach ihrer Ausbildung in Hamburg und zahlreichen Einsätzen in Norddeutschland machte sie schnell Karriere in Wien, wohin sie Claus Peymann holte. Hier erklomm sie nicht nur die Bretter, die die Welt bedeuten, sondern auch die höchsten Weihen der Zunft und wurde von 1991 bis 1999 Ensemblemitglied des Burgtheaters, bevor sie Peymann kurzzeitig ans Berliner Ensemble folgte.

2002 kehrte sie aber als Ensemblemitglied wieder ans Burgtheater zurück, auf dessen Bühne sie 2016 auch zur Kammerschauspielerin ernannt wurde. Alsbald entdeckte Happel aber auch ihre Leidenschaft für die Regie und inszenierte dabei nicht zuletzt an ihrer künftigen Wirkungsstätte Reichenau.

Einen weiteren neuen Weg schlug Happel dann im Vorjahr ein. Sie wurde im Mai 2020 offiziell zur neuen Leiterin des legendären Max Reinhardt Seminars in Wien ernannt. "Tradition ist für mich immer wichtig. Denn sie schließt Innovation ja nicht aus, sondern bewirkt diese geradezu. Theater ist in einer permanenten Entwicklung", hatte Happel damals im APA-Interview anlässlich ihrer neuen Funktion beschieden - eine Prämisse, die sie nun auch in Reichenau zur Anwendung bringen dürfte.