Serie "Und was jetzt?"Galeristin Petra Schilcher: "Uns fehlt eine finanzielle Basishilfe"

Galeristin Petra Schilcher über die Nöte der Galerien, was nun dringend gebraucht wird und warum die Investmentkunst gerade boomt.

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Petra Schilcher in ihrer Galerie Artelier Contemporary
Petra Schilcher in ihrer Galerie Artelier Contemporary © Artelier Contemporary
 

Sie sind in der heimischen Kunstszene tief verwurzelt. Wie würden Sie die derzeitige Stimmungslage beschreiben?
Petra Schilcher: Die Künstler sind trotzdem produktiv. Das ist, so gesehen, ihr positives Schicksal und viele von ihnen sind ja auch gelernte Überlebenskünstler. Für mich als Galeristin ist es frustrierend: Ich habe drei Ausstellungen zuerst verschoben, zwei davon ganz abgesagt. Die nächste Ausstellung ist mit dem Grazer Künstler Werner Reiterer geplant, diese wurde nun auch schon zweimal verschoben. Dabei läuft die schöne Ausstellung von Markus Huemer immer noch. Im Prinzip müsste man diese noch einmal zwei Monate laufen lassen, denn sie konnte ja leider kaum jemand sehen.

Mit welchen Problemen kämpfen Galerien wie die Ihre derzeit?
Petra Schilcher: Wir haben andere Probleme als Museen und Kunstvereine, wir sind nicht subventioniert und haben derzeit ein Stagnieren der Einnahmen mit weiterlaufenden Ausgaben. Wir sind Selbstständige, da kommt wenig an signifikanter Unterstützung. Galerien sind der Sparte Handel zugeordnet, obwohl unsere Voraussetzungen völlig andere sind und nur im Wort Handel übereinstimmen. Ich kann nur von mir sprechen, aber ich denke, dass es auch vielen Kollegen so ergeht.

Welche Folgen haben die Absagen der meisten Kunstmessen?
Petra Schilcher: Kunstmessen sind ein essenzieller Bestandteil für viele Galerien, weil sie mehr Kaufpublikum erreichen – die Art Cologne kommt auf etwa 50.000 Besucher in vier Tagen. Sammler und Kunstinteressierte kommen auf Messen, um Kunst zu kaufen, sich zu informieren, Kontakte zu pflegen. Die Umsätze auf Messen sind für viele Galerien übers Jahr maßgeblich. Aber Messen sind auch teuer und auf guten Messen die Zulassungsbedingungen sehr streng. Es ist immer ein Risiko, denn nur weil man auf einer Messe ausstellt, heißt es nicht, dass man dort auch verkauft.

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