Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Tanja Wedhorn (48)„Ich wollte diese Rolle unbedingt“

Tanja Wedhorn (48) über ihre neue ZDF-Rolle als an Brustkrebs erkrankte Lehrerin Fritzie und den Spagat dieser Unterhaltungsserie.

Als Bianca schaffte sie im Nachmittagsprogramm den Durchbruch, nun ist sie Fritzie in einer neuen ZDF-Serie, morgen wieder um 20.15 Uhr
Als Bianca schaffte sie im Nachmittagsprogramm den Durchbruch, nun ist sie Fritzie in einer neuen ZDF-Serie, morgen wieder um 20.15 Uhr © ZDF und Gordon Muehle
 

Als die selbstbewusste Berlinerin Fritzie die Diagnose Brustkrebs bekommt, beginnt sie sich zu fragen, was im Leben wirklich wichtig ist. Tanja Wedhorn spielt die Pädagogin in der neuen ZDF-Serie „Fritzie – Der Himmel kann warten“, von deren erster Staffel morgen wieder eine Doppelfolge läuft.

Eine Krebspatientin und ihre Krankheit als Dreh- und Angelpunkt einer Unterhaltungsserie, ist das nicht sehr ungewöhnlich?
TANJA WEDHORN: Vom Sender finde ich das total mutig. Die Serie beginnt ja in der ersten Szene gleich mit der Diagnose: Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Danach schwingt diese Diagnose in jeder Szene mit. Für Fritzie hat plötzlich alles eine andere Bedeutung. Sie ist sich ihrer Endlichkeit plötzlich sehr bewusst. Aus schauspielerischer Sicht ist das ein Riesengeschenk, ich wollte diese Rolle unbedingt haben.


Wie heikel ist die Gratwanderung zwischen dem Ernst des Themas und den Erfordernissen einer Unterhaltungsserie?
Uns war klar, dass die Serie unterhaltend sein muss, obwohl es um Krebs geht, auch wenn das vielleicht seltsam klingt. Wir wollen die Zuschauer ja nicht verstören oder traurig machen, es ist ja keine Doku. Wir wollen dieser Krankheit gerecht werden, sehen es aber zugleich als unsere Aufgabe, trotz allem Mut zu machen und Lebensfreude zu transportieren.

Zur Person

Tanja Wedhorn wurde am 14. 12. 1971 in Witten geboren.
Laufbahn: Titelrolle in der ersten deutschen Telenovela „Bianca – Wege zum Glück“ (2004/2005), TV-Filme u. a. „Papa auf Probe“, „Kreuzfahrt ins Glück“, „Die Eifelpraxis“, „Ein Sommer im Elsass“.


Die Serie dreht sich auch um die Frage: Was macht Schönheit und Weiblichkeit aus? Die Ärzte raten Fritzie zu einer Amputation ...
In einer Szene zieht sich Fritzie auf der Schülertoilette bis auf die Unterwäsche aus, um einer magersüchtigen Schülerin zu zeigen: Mag ja sein, dass sich in dieser Welt wahnsinnig viel darum dreht, möglichst dünn zu sein – aber in Wahrheit sind doch andere Dinge wichtiger. Das Leben ist zu kurz, um es an Äußerlichkeiten wie dem perfekten Körper festzumachen. Ich habe mich oft gefragt, was Fritzie umtreibt. Ist es die Sorge, dass sie bald diese Narbe hat – oder nicht doch die Erkenntnis, dass sie Weihnachten vielleicht nicht erlebt?


Haben Sie sich zur Vorbereitung auf Ihre Rolle mit Betroffenen oder Medizinern unterhalten?
Die Vorbereitung ist mir nicht leichtgefallen, weil ich eine große Verantwortung gefühlt habe. Ich kam mir anfangs vor wie eine Hochstaplerin, weil ich letztlich keine Ahnung habe, wie es sich anfühlt, so eine Diagnose zu erhalten. Ich fragte mich: Werde ich dem gerecht? Ich habe mit Ärzten gesprochen und Bücher gelesen. Eine Bekannte von mir schrieb mir dann, dass ihre Mutter, ihre Schwester und ihre beste Freundin alle Brustkrebs haben und dass alle ganz unterschiedlich damit umgehen – diese Erkenntnis war richtig befreiend für mich, und ich konnte Fritzie auf meine eigene Art spielen.


Sie sind in der ARD als Inselärztin auf Rügen in der Reihe „Praxis mit Meerblick“ zu sehen und im ZDF nun als Fritzie. Ist es schwer, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen?
Das ist alles extrem entspannt. Wenn ich auf Rügen drehe, telefoniere ich viel mit den Kindern. „Fritzie“ wird in Berlin gedreht, da bin ich dann ja zu Hause. Ich frag mich eher, wie mein Mann und ich das früher gemacht haben, als die Kinder wirklich klein waren.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren