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Interview mit Philosophin Lisz Hirn: "Sollten das Leben nicht auf die Zeit danach verschieben"

Die Philosophin Lisz Hirn über den Ruf nach Superhelden in Krisenzeiten, die Kultivierung der Vernunft und die Gefahren eines „gefakten Alltags“ in Zeiten der Isolation. Ihr Rat: „Wir sollten das Leben nicht auf die Zeit danach verschieben, diese Zeit jetzt ist Teil unseres Lebens.“

Philosophin Lisz Hirn
Philosophin Lisz Hirn © APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Frau Hirn, in Ihrem neuen Buch „Wer braucht Superhelden“ plädieren Sie unter anderem für die Vernunft als eine Superkraft. Insbesondere erwähnen Sie die Superkraft gegen Fake News – und die Irrtümer in Bezug auf Argumenten von Autoritäten, Volksmund oder Ähnlichem. Vieles von dem, was im Buch steht, wirkt brandaktuell. Welche Rolle spielt denn die Vernunft in Zeiten von Corona?
LISZ HIRN: Wir haben ja mittlerweile nicht nur alternative Fakten, sondern auch alternative Ängste. Wir fürchten uns sehr oft vor dem Falschen. Vernunft kann helfen, zwischen berechtigten und unberechtigten Ängsten zu unterscheiden.
Die Art, wie wir Angst ausleben, wie Panik gemacht wird, und wie diese politisch instrumentalisiert wird, schürt das Bedürfnis nach einem Superhelden oder einem anderen „starken Mann“, der uns rettet. Aber wir müssen uns damit arrangieren, dass diese Welt kein sicherer Ort ist. Trotz technologischem wie medizinischem Fortschritt gibt es sie nicht – die totale Sicherheit.

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Danke für Ihr Verständnis.

GordonKelz
7
6
Lesenswert?

Für diese Erkenntnis....

...muss ich aber nicht jahrelang studieren....
Gordon

Shiba1
4
5
Lesenswert?

Manche schon

....