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Café Sperl in WienLiterarisches Kolloquium zum 10. Todestag von Gert Jonke

Von der Brisanz der Poesie: Der „Gegenwart der Erinnerung“ ist in Wien der fünfte Teil der Literarischen Kolloquien zum 10. Todestag von Gert Jonke gewidmet.

„Jonke und die Physik“ mit Franz Suhrada, Gabriele Schuchter, Physiker Herbert Pietschmann und Martin Polasek © Fertschey
 

Am Anfang stand die Absicht, Gert Jonkes Schaffen, das meist aufgrund seiner enormen poetischen Dimension gewürdigt wird, auch mit seinen kritischen Beobachtungen sozialer, politischer und ökologischer Entwicklungen darzustellen. Den wahren Kern seiner poetischen Ideen, seine Weltbilder, habe Jonke ähnlich dem Goldgrund der abendländischen und byzantinischen Tafelmalerei durchschimmern lassen, meint Martin Polasek, Film- und Theaterregisseur aus Wien.

Gemeinsam mit der Gert- Jonke-Gesellschaft beleuchtet er anlässlich des heurigen Jonke-Gedenkjahres in der Veranstaltungsreihe „Poesie und Brisanz – Literarische Kolloquien zu Gert Jonke“ anhand von ausgewählten Texten assoziativ die „Goldgründe“ des Jonke’schen Werkes. Das Besondere neben den Texten sind die prominenten Schauspieler, die sie lesen, die eingebundenen Experten und die Veranstaltungsorte, an denen der Literat gelebt oder gearbeitet hat.

So wird am Freitag „Gert Jonke und die Gegenwart der Erinnerung“, wo es um die Wiederholung eines auf Fotos festgehaltenen Festes geht, als szenische Lesung mit den Schauspielern Maria Happel, Michael Schottenberg und Wolf Bachofner in Jonkes Wiener Stammbeisl Café Sperl abgehalten.

Die Analyse der Erzählung rund um Fotografie als Wirklichkeitsersatz wird Theaterwissenschaftlerin Evelyn Deutsch-Schreiner übernehmen. „Das Thema ist aktuell, weil sich heute Touristen über ihre Fotos definieren und gar nicht erfassen, wo sie sind“, meint Polasek.

Veranstaltung

„Gert Jonke und die Gegenwart der Erinnerung“, 29. Nov., 19 Uhr, Café Sperl, Gumpendorfer Straße 11, 1060 Wien.

„Gert Jonke und die Physik“, wo es um die Aufhebung der Schwerkraft ging, fand vorm „Künstlerzimmer“ in der Wiener Stuckgasse statt und zog auch Passanten an. „Wir wollen auch Zuschauern, die keine Spezialisten sind, den Zugang zur Kunst ermöglichen“, erläutert Polasek die „volksbildnerische“ Absicht, die nicht das Geheimnis der Kunst aufdecken, wohl aber darauf neugierig machen soll. Die beabsichtigte Inspiration soll zu neuen Denkweisen führen. Das gelang wohl auch am Donaukanal, wo mit Anneliese Rohrer, Gregor Seberg und Maria Hofstätter über „Jonke und die Systeme“ und die „Großfischhändler“ der Politik diskutiert wurde.

Die Absicht, die Veranstaltungen auch in Kärnten umzusetzen, scheiterte an Subventionsgebern. Polasek hofft auf ein Gelingen 2020.

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