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Rigoletto & Co. "Besessenheit und Wahn" bei Bregenzer Festspielen 2020

Neben der Wiederaufnahme von "Rigoletto" auf der Seebühne bringen die Bregenzer Festspiele unter anderem Arrigo Boitos "Nero" als Oper im Festspielhaus.

Wird auch heuer wieder geboten: "Rigoletto" als Zirkusspektakel am Bodensee © ORF
 

"Besessenheit und Wahn" sind große Themen bei den Bregenzer Festspielen 2020 - sowohl in der Wiederaufnahme der Verdi-Oper "Rigoletto" als auch in Arrigo Boitos "Nero", das als Oper im Festspielhaus aufgeführt wird, oder in Kleists "Michael Kohlhaas" auf der Werkstattbühne. Außerdem bietet der Bregenzer Festspielsommer wieder einige Ur- und Erstaufführungen.

Sie habe sich schon lange mit dem Gedanken getragen, "Nero" zur Aufführung zu bringen, erzählte die Bregenzer Festspielintendantin Elisabeth Sobotka bei der Programmpräsentation am Mittwoch - und so habe es nicht viel Überzeugungsarbeit durch Opernregisseur Olivier Tambosi, mit dem sie passend zum Thema der Festspiele 2020 "die Besessenheit für Oper" verbinde, gebraucht. Dieser geriet in seinen Ausführungen über "Nero" regelrecht ins Schwärmen: Als Jugendlicher habe er die Oper stundenlang gehört. In der Besessenheit Neros spiegle Boito seine eigene Qual als Künstler. Das Werk, das 1924 an der Mailänder Scala posthum uraufgeführt wurde, eröffnet die 75. Bregenzer Festspielsaison am 22. Juli unter der musikalischen Leitung von Dirk Kaftan.

Wiederaufnahme

Auf der Seebühne wird 2020 zum zweiten Mal Giuseppe Verdis Oper "Rigoletto" in der Regie von Philipp Stölzl und unter der musikalischen Leitung Enrique Mazzolas gezeigt, mit nur kleinen Veränderungen auch in der Besetzung, wie Sobotka erklärte. Bei der Nachfrage nach Tickets für die Wiederaufnahme jage ein Rekord den anderen, erklärte der kaufmännische Direktor der Festspiele, Michael Diem. Rund 50 Prozent der Tickets seien bereits verkauft - so viele wie noch nie um diese Zeit. Festspielpräsident Hans-Peter Metzler lobte in diesem Zusammenhang das "Dream Team" an der Spitze der Festspiele und die gesamte Festspielcrew. Wegen der großen Nachfrage wurde auch eine 28. Vorstellung eingeschoben. Damit sei aber auch die Grenze erreicht: Verlängern werde man die Festspielsaison nicht, erklärte Diem.

Auf die Werkstattbühne bringt in den letzten Julitagen 2020 das Deutsche Theater Berlin Heinrich von Kleists "Michael Kohlhaas" als Koproduktion. Für die Inszenierung der drei Aufführungen zeichnet der vielfach ausgezeichnete Regisseur Andreas Kriegenburg verantwortlich. Sie freue sich sehr, dass das Deutsche Theater Berlin erneut mit einer Premiere in Bregenz gastiere, so Sobotka - Berliner Premiere ist voraussichtlich im Herbst 2020.

Das von Sobotka ins Leben gerufene "Bregenzer Opernstudio" für junge Sänger erarbeitet kommendes Jahr "Armida", die vermutlich vorletzte Oper Joseph Haydns, in der Regie von Jörg Lichtenstein und unter der musikalischen Leitung von Jonathan Brandani. Diesem sei eine historische Aufführungspraxis wichtig, mit der man eine neue Facette ins Opernstudio bringen wolle, erklärte Sobotka. Kammersängerin Brigitte Fassbaender kehrt für die zugehörige Meisterklasse nach einjähriger Pause wieder nach Bregenz zurück.

Die Uraufführung einer Auftragskomposition lockt zu Beginn der Festspielsaison ins Theater am Kornmarkt: Die zeitgenössische Opera buffa "Impresario Dotcom" von Lubica Cekovska basiert auf Carlo Goldonis Schauspielkomödie "Der Impresario von Smyrna". Regie führt Elisabeth Stöppler. Was Beethoven mit südafrikanischer Musik zu tun hat, zeigt das Konzert-Theater "Beethoven goes Africa" des "Bochabela String Orchestra & Friends" mit Schauspiel, Puppenspiel und Musik.

In der Festspielreihe "Einblick" erhält das Publikum Einblick in den Entstehungsprozess einer Oper. In diesem Rahmen wird am 19. August das Werk "Wind" des aus Vorarlberg stammenden Komponisten Alexander Moosbrugger uraufgeführt. Die traditionellen drei Symphoniker-Konzerte bieten Werke von Wagner, Rossini, Strauss und Beethoven sowie eine österreichische Erstaufführung von Lubica Cekovska.

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