AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

HerzenssacheKörperwelten laden zur spektakulären Leichenbeschau

Die "Körperwelten" des "Plastinators" Gunther von Hagens laden wieder zur spektakulären Leichenbeschau in Wien.

© APA
 

Diese Schau geht wortwörtlich unter die Haut: Die "Körperwelten" des "Plastinators" Gunther von Hagens laden wieder zur spektakulären Leichenbeschau in Wien. Anhand von speziell präparierten Organen, Skelett- und Muskulaturteilen sowie ganzen Menschenleibern soll die Funktionsweise des menschlichen Körpers verständlich gemacht werden. Ethische Bedenken haben die Ausstellungsmacher nicht.

Rund 200 Exponate erwarten die Besucher ab Freitag, im "Studio F" der Wiener Stadthalle. Die hinter Glaskästen und -vitrinen zu bestaunenden Ausstellungsstücke decken das ganze Spektrum des Organismus ab. Einzelne Körperpartien samt Muskeln, Knochen und Gewebe, Querschnitte durch ein Gehirn, Skelette mit Nervenbahnen, das Netz der Blutgefäße oder einzeln präsentierte Organe und Geschlechtsteile geben Einblicke, was sich alles unter der Haut verbirgt. Ein kleiner Schwerpunkt ist diesmal dem Herz gewidmet.

Körperwelten: Körperwelten

Die "Körperwelten" des "Plastinators" Gunther von Hagens laden wieder zur spektakulären Leichenbeschau in der Wiener Stadthalle.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Am Beispiel von präparierten Organen, Skelett- und Muskulaturteilen - ebenso wie ganzen Körpern - soll die Funktionsweise des Menschen verständlich gemacht werden.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Rund 200 Exponate erwarten die Besucher ab 4. Oktober hinter Glasfenstern im "Studio F" der Wiener Stadthalle.

APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER

Am spannendsten sind wohl die 20 Ganzkörperexemplare, die zum Großteil in lebensnahen Situationen präsentiert werden - etwa beim Eislaufen, Tanzen oder Schachspielen.

APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
APA/HERBERT PFARRHOFER
1/12

20 Ganzkörperexemplare

Am faszinierendsten sind wohl die 20 Ganzkörperexemplare, die zum Großteil in lebensnahen Situationen präsentiert werden - etwa beim Eislaufen, Tanzen oder Schachspielen. Dadurch sollen die Besucher noch mehr berührt werden und eine Verbindung zu ihrem eigenen Körper herstellen können. "Obwohl wir auf tote Körper schauen, geht es um das Leben", formulierte Kuratorin Angelina Whalley, Ehefrau von Hagens', in einer Pressekonferenz am Freitag. Ziel sei es, dass der Körper nicht als etwas Selbstverständliches erachtet werde. "Normalerweise denken wir nur an ihn, wenn er nicht richtig funktioniert. Wir sollten das aber schon vorher tun", so Whalley.

Also geht es in den Begleittexten immer wieder auch um gesundheitliche Aspekte. Das Herzeigen einer Raucherlunge, von Krebsgeschwüren oder der Sichtbarmachung des Fettgewebes eines übergewichtigen Menschen zeigen auf drastische Weise die Auswirkungen selbstschädigenden Verhaltens. "Ich will aber nicht mit dem Zeigefinger kommen und sagen: Hör auf zu rauchen! Ernähre Dich gesünder! Treibe mehr Sport!", versicherte die Kuratorin. Ziel sei es vielmehr zu vermitteln, dass es der Körper wert sei, auf ihn zu achten.

"Körperwelten"

Von Hagens und sein Team touren mit "Körperwelten" seit inzwischen mehr als 20 Jahren durch die Lande. In Wien macht man nach 1999 und 2013 nun bereits zum dritten Mal Station. Äußerst lebensecht können die toten Menschen dank dem Plastinationsverfahren - eine Erfindung von Hagens' - gezeigt werden. Vereinfacht gesagt, wird dabei sämtliche Flüssigkeit im Körper durch Kunststoff ersetzt. 1.500 Arbeitsstunden braucht es im Durchschnitt, um einen ganzen Körper zu plastinieren.

Vor allem zu Beginn waren die "Körperwelten" ethisch höchst umstritten. Den Vorwurf, mit der Zurschaustellung toter Menschen in pietät- und respektloser Art und Weise die Sensationsgier zu befriedigen bzw. damit Geschäfte zu machen, sprachen die Verantwortlichen beim Pressetermin aktiv an. Die Menschenwürde werde in jedem Fall gewahrt, versicherte Philosoph Franz Josef Wetz, der Teil des Podiums war. Denn das Menschliche werde als das gezeigt, was es ist: "Es wird kein ausgehöhlter Kopf als Schüssel oder ein Rückgrat als Kleiderständer verwendet." Der respektvolle Zugang spiegle sich auch im Verhalten des Publikums: "Es herrscht fast so etwas wie eine ehrwürdige Andachtsstimmung."

Und sämtliche Exponate stammen von freiwilligen Körperspendern, die darüber verfügen können, ob Teile ihres Körpers - jedenfalls anonymisiert - öffentlich gezeigt werden sollen oder nicht. Denn von Hagens' Unternehmen stellt auch Plastinate für Lehreinrichtungen her.

Einer dieser Spender, der auch nach seinem Ableben das Licht der Öffentlichkeit nicht scheuen will, ist Franz Riedl. "Ich habe vor 20 Jahren die erste Ausstellung hier in Wien gesehen und war so fasziniert, dass ich mich damals schon als Körperspender zur Verfügung gestellt habe", erklärte er der APA seine Beweggründe. Der Gedanke, "irgendwo zu verfaulen oder verbrannt zu werden", entspreche ihm als "extrovertierter Mensch" nicht wirklich: "Und der Gedanke, nach meinem Tod noch in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein, fasziniert mich einfach."

Die Ausstellung im unterirdisch gelegenen "Studio F" ist bis 9. Februar 2020 zu sehen. Stadthalle-Chef Wolfgang Fischer näherte sich der Sache heute mit Humor: "Jetzt haben auch wir Leichen im Keller. Aber ich bin froh, dass wir solche Leichen haben", zeigte er sich vom ästhetischen Konzept der "Körperwelten" überzeugt.

(S E R V I C E - "Körperwelten. Eine Herzenssache" in der Wiener Stadthalle, "Studio F", 15., Roland-Rainer-Platz 1, ab sofort und bis 9. Februar 2020, Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10 bis 18 Uhr, Erwachsene 19 Euro (wochentags) bzw. 21 Euro (Wochenende), Kinder 13 bzw. 15 Euro, )

Kommentare (12)

Kommentieren
scionescio
0
1
Lesenswert?

Freiwillige Spender?

Einfach „ körperwelten china hinrichtungen spiegel“ bei Google eingeben!

Möge sich jeder selbst seine Meinung bilden ...

Antworten
hbratschi
1
0
Lesenswert?

geh scio,...

...als ob china es nötig hätte, mit den paar leichen ihren staatshaushalt aufzubessern...

Antworten
scionescio
2
1
Lesenswert?

Leider wurde mein Kommentar, wo ich angezweifelt habe, dass nur die Leichen freiwilliger Spender verwendet werden, gelöscht!

Die geringe Körpergröße vieler Exponate lässt trotzdem auf Leichen aus Asien schließen!
Und woher diese asiatischen Leichen kommen, muss der Leser leider selbst aus dem Internet recherchieren, weil sonst der Kommentar wieder gelöscht wird - ich unterstütze das sicher nicht und gehe auf keinen Fall in diese Leichenhalle.

Antworten
Whitesands
2
1
Lesenswert?

🤦‍♀️

Absoluter Schwachsinn, den sie hier verzapfen.

Antworten
scionescio
0
3
Lesenswert?

@SandindenAugen: Es ist sicher viel plausibler ...

... dass Unmengen von Asiaten (hauptsächlich Chinesen) in Deutschland zu Lebzeiten anrufen und im Falle ihres natürlichen Ablebens ihren Leichnam der Ausstellung vermachen - und wenn der Todesfall Jahre später eintritt, wird die Leiche gut verpackt und einzeln nach Deutschland transportiert ... und Frau Strache hat sich nur ehrenamtlich für den Tierschutz eingesetzt - ist ungefähr in derselben Kategorie!

Antworten
MoritzderKater
1
2
Lesenswert?

Wie vor gut 20 Jahren.....

..... bin ich auch heute noch der Meinung, dass der Wert dieser Ausstellung in erster Linie der Geschäftemacherei des Plastinators dient.
Sobald man sich wirklich für den menschlichen Körper interessiert, hat man ungezählte Möglichkeiten sich zu informieren.
Oder können Ärzte ihr Studium nur dann abschließen, wenn sie diese Ausstellungen regelmäßig besuchen?

Antworten
hbratschi
1
0
Lesenswert?

ja moritz,...

...irgendwie hast eh recht. aber den arztberuf studierende schnipseln halt zu übungszwecken an leichen herum. auch nicht viel g'schmackiger. mir wär's jedenfalls völlig egal, was nach meinem tod mit meinem körper gemacht wird. soll er zerschnitten, faschiert, plastifiziert, vergraben, verbrannt oder was auch immer werden. und der (verschwörungs)theorie von scio kann ich auch nicht viel abgewinnen. als ob mit von mir aus 100 leichen china das große geschäft machen könnte...

Antworten
scionescio
0
1
Lesenswert?

@hbratschi: hast den Artikel vom Spiegel gelesen?

Wir reden da von einer Maschinerie mit Zehntausenden Leichen ...

Antworten
hbratschi
0
0
Lesenswert?

eh scio,...

...aber du schriebst, als ob die (natürlich verurteilenswerte!!!) chinesische hinrichtungsindustrie nur für den hagen arbeiten würde. die chinesen benutzen die hingerichteten vielmehr als ersatzteillager für zahlungskräftige in- und ausländische kunden...

Antworten
scionescio
0
0
Lesenswert?

Richtig - und Hagen ist einer dieser Kunden ...

... und sogar einer der größten Kunden.

Antworten
Whitesands
1
2
Lesenswert?

🤦‍♀️

Vielleicht sollte man sich die Ausstellung ansehen und dann erst bewerten!?

Antworten
scionescio
1
3
Lesenswert?

Vielleicht sollte man Drogen nehmen und dann erst bewerten?

Ich bin mir sicher, dass sich auch mit Eintrittskarten für öffentliche Hinrichtungen Geld verdienen lässt und sich auch dafür ein Philosoph findet, der das schönredet!

Antworten