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KritikSehenswertes US-Gastspiel in Grazer Oper: Männer als bejubelte Ballerinen

Travestie findet man woanders! Es sind Überhöhungen und Persiflagen, die als Ausdruck größter Verehrung für das Ballett verstanden werden wollen: "Les Ballets Trockadero de Monte Carlo", für Fans weltweit nur die "Trocks", wurden bei ihrem ersten Steiermark-Besuch herzlichst beklatscht.

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Erstmals in der Grazer Oper: die "Trocks", hier mit "Schwanensee" © (c)Marcello Orselli/BB Promotion
 

Mit Spitzenschuhen der Größe 45 oder 47 treten sie an, die "Trocks": allesamt Männer, jedem Tänzer wurden zwei Identitäten verpasst, eine männliche und eine weibliche. So ist etwa Maria Clubfoot auch Boris Dumbkopf, Eugenia Repelskii auch Boris Mudko. Die Namensgestaltung mit fingierten Künstlerbiografien (z. B. Sonia Leftova als "die Verlassene") ist also inspiriert von Charakterzügen und Persiflage. Besonders schön: die Chanelski. Die 15-köpfige Truppe überhöht die Manierismen des Ballettkosmos, spielt mit Klischees, Ritualen, Rivalitäten und dem Perfektionswahn. Wer eine Drag-Show erwartet hat, wird enttäuscht. Augenzwinkernd wird die klassische Ballettwelt als Komödie auf die Bühne gebracht, ohne dabei die Anmut zu verlieren.

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