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WienKleiner Akademie-Beitrag zum Rembrandt-Jubiläumsjahr

37 Radierungen und ein Gemälde: Die "Lebenslinien"-Schau sei "unser kleiner Beitrag zum Rembrandt-Jubiläumsjahr", sagte Julia M. Nauhaus, Direktorin von Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek der Akademie der bildenden Künste Wien, am Dienstag im Ausweichquartier des Theatermuseums. Dort wird ab Donnerstag ein schmaler Gang mit kleinformatigen Kostbarkeiten bespielt.

 

"Alle Rembrandts" hieß im Amsterdamer Reichsmuseum die mit 22 Gemälden, 60 Zeichnungen und 300 Drucken größte Ausstellung zum 350. Todesjahr des Künstlers. Sie ist seit 10. Juni Geschichte. Was nun in Wien zu sehen ist, ist im Vergleich dazu sehr überschaubar - und dennoch sehenswert. Das sehr beschränkte Platzangebot erforderte eine strenge Auswahl. Kurator Wolfgang Cortjaens konnte immerhin aus einem Fundus von 170 originalen Rembrandt-Radierungen schöpfen, mehr als die Hälfte des bekannten heute erhaltenen Bestandes. Dazu kommt noch das 1632 in Rembrandts früher Amsterdamer Zeit entstandene "Bildnis einer jungen Frau" aus der Gemäldegalerie.

Der Titel "Lebenslinien" stehe für die ungeschminkte, die Zeitgenossen bisweilen verstörend offene Beschäftigung mit dem Alter und den damit verbundenen Verfallsprozessen, aber auch für die in die Druckplatte eingegrabenen Linien, erläuterte Cortjaens. Tatsächlich weichen Blätter wie "Weiblicher Akt, auf einem Erdhügel sitzend" (um 1634) stark vom akademischen Schönheitsideal seiner Zeit ab. Wie kein anderer Künstler habe er "in immer neuen Variationen über Jahrzehnte hinweg den eigenen Alterungsprozess für die Nachwelt festgehalten", hieß es. Deshalb sind auch viele Selbstporträts Teil der bis 22. September laufenden Ausstellung.

"Lebenslinien - Rembrandt in den Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste" zeige aber auch, "wie Rembrandts Graviertechnik die Druckgrafik revolutionierte", führte der Kurator aus. Mit seinen geheim gehaltenen Techniken habe Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) experimentiert, um auch in den Radierungen einen malerischen Effekt zu erzielen. Anhand von Meisterwerken wie dem "Hundertguldenblatt" (1648) oder dem "Heiligen Hieronymus in der Landschaft" (1654) lässt sich das Spiel mit Licht und Schatten und die dabei erzielte Tiefenwirkung anschaulich nachvollziehen. "Radierungen wurden damals gleich hoch geschätzt wie die Malerei", so Wolfgang Cortjaens.

(S E R V I C E - Ausstellung "Lebenslinien - Rembrandt in den Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste", Gemäldegalerie und Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast im Theatermuseum, Wien 1, Lobkowitzplatz 2, 20. Juni bis 22. September, Täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr, Katalog: 208 Seiten, ISBN 978-3-903316-01-0, ; )

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