AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Zum Tod von Karlheinz MiklinEr wollte einfach nur spielen

Am Höhepunkt seiner Kreativität und musikalischen Ausdruckskraft ist der Jazzsaxophonist Karlheinz Miklin (72) jäh verstorben. Ein paar letzte, nicht unpersönliche Liner Notes.

Weiterlesen mit unserem Digitalabo

Gratis testen

    Sie erhalten Zugriff auf:

  • Alle Kleine Zeitung Plus Artikel
  • Tägliches E-Paper
  • Smartphone App
Karlheinz Miklin am Saxophon: So kanne man ihn, so begeisterte er das Jazz-Publikum. © Peter Purgar
 

Er war in der Form seines Lebens. Und seit seiner Emeritierung frei von allen musikalischen Zwängen. Ohne sich noch etwas beweisen zu müssen, voller Tatendrang ließ er vor allem am Tenorsaxophon bisweilen keinen Stein auf dem anderen. Seine letzten Konzerte mit seiner neuen Band Jazz Via Brasil oder mit dem Jazzorchester Steiermark und dem Projekt Next Page zählten zu den besten, die unsereins von ihm je gehört hatte. Und wir haben unzählige gehört. Diese letzten Konzerte von Karlheinz Miklin werden wir auch immer in Erinnerung haben. Wohl weil er sich darin diese solistische Freiheit erobert hatte, die uns indirekt näher brachte, ihn uns mehr eröffnete als so manches Wort in einer langen Freundschaft. Nicht zuletzt werden uns diese letzten Konzerte aber auch deshalb in Erinnerung bleiben, weil es vor bald 35 Jahren eines seiner Konzerte war, das sich der junge Journalist als allererste Rezension für die Kleine Zeitung abmühte.

Zur Person

Karlheinz Miklin. 1946 bis 2019. Wuchs in Bleiburg auf, besuchte das Konservatorium in Klagenfurt. In Graz studierte er Geschichte, Germanistik und Saxophon für Jazz. Gründete 1978 das Karlheinz Miklin Trio, 1984 die erste von zahlreichen Tourneen mit dem „Trio Argentina“.
Von 1983 bis 2000 Leiter der Jazzabteilung der Musikhochschule Graz. Zahlreiche Preise.

Gestern um die Mittagsstunde ist Karlheinz Miklin an seinem zweiten Schlaganfall innert drei Wochen jäh verstorben. Unsere letzten Begegnungen – erst in der vergangenen Woche besprachen wir noch das herbstliche Debüt seiner zweiten neuen Band mit dem Posaunisten Luis Bonilla – standen stets unter seinem Leitmotiv: Ich will einfach spielen. Einfach spielen, frei von Allüren und organisatorischen Extrawürsten. Allein die Nervosität vor jedem Auftritt konnte Charlie bis zuletzt nicht ablegen. Eine Zigarette versteckt in einer Ecke der Garderobe musste fünf Minuten vorher noch sein.

Kommentare (4)

Kommentieren
judohaus
0
2
Lesenswert?

Mein aufrichtiges Beileid

Ein großer Verlust für Familie und Freunde, aber auch für alle, denen Karlheinz Miklin mit seinen herausragenden Improvisationen große Freude bereitet hat. Ruhe in Frieden!

Antworten
georgratschiller
0
6
Lesenswert?

R.I.P.

Das stimmt traurig! Ein Großer der österreichischen und speziell der Grazer Jazzszene ist viel zu früh gegangen.

Antworten
BernddasBrot
0
23
Lesenswert?

Mit seiner Musik

lebt er in uns weiter. Ein ganz Großer ist gegangen , seine Auftritte , egal wo , waren vom Allerfeinsten. .grazie..

Antworten
heku49
0
34
Lesenswert?

Danke Karl-Heinz

für viele wundervolle Konzertabende.

Antworten