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Einstieg der SaudisPereira verteidigt seine Leistungen vor Scala-Aufsichtsrat

Scala-Intendant Alexander Pereira, der wegen seines Plans einer Berufung des saudi-arabischen Kulturministers, Prinz Badr bin Farhan Al Saud, in den Aufsichtsrat des Mailänder Opernhauses unter Beschuss geraten ist, verteidigt sich.

ALEXANDER PEREIRA
Alexander Pereira © APA/FRANZ NEUMAYR
 

Scala-Intendant Alexander Pereira, der wegen seines Plans einer Berufung des saudi-arabischen Kulturministers, Prinz Badr bin Farhan Al Saud, in den Aufsichtsrat des Mailänder Opernhauses unter Beschuss geraten ist, verteidigt sich. Bei der am 18. März geplanten Aufsichtsratssitzung will er seine Leistungen bei der Suche nach privaten Finanzierungen hervorheben.

"Die Scala kostet jährlich 125 Millionen Euro, wie andere Theater in Europa, wie die Opera in Paris, oder die Wiener Staatsoper. Doch im Ausland deckt der Staat 75 bis 80 Prozent des Budgets, in Mailand weniger als ein Drittel. Jährlich muss die Scala daher mindestens 45 Millionen Euro von Privaten finden. Ich finde sie", erklärte Pereira im Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Donnerstagsausgabe).

Mandatsverlängerung

Auf die Frage, ob seiner Ansicht nach ihm die jüngste Polemik im Rennen um eine Mandatsverlängerung nach 2020 schaden könnte, antwortete der 71-Jährige: "Ich glaube, dass jemand die Angelegenheit aufgeblasen hat. Wenn das ein Versuch ist, mich aus dem Weg zu räumen, bedeutet es, dass sie verzweifelt sind. Meine Amtsverlängerung hängt nicht von einem einzelnen Projekt ab, sondern von der Qualität des künstlerischen Angebots und der Verwaltung des Theaters. Unter meiner Leitung ist keine einzige Aufführung wegen eines Streiks verloren gegangen", argumentierte Pereira.

Fünf Jahre drei Millionen

Der österreichische Intendant bestätigte, dass die saudi-arabische Regierung bereit sei, fünf Jahre lang drei Millionen Euro jährlich zu zahlen, um in den Aufsichtsrat einzusteigen. Geplant sei auch die Eröffnung eines Konservatoriums für Kinder mit Lehrern aus der Scala-Akademie in Riad. Das Konservatorium in Riad soll auch Mädchen offen sein. "Dass 400 Kinder beider Geschlechter Musikunterricht bekommen können, finde ich positiv", so Pereira. Sollte die Scala die saudi-arabischen Finanzierungen nicht annehmen, wären die Franzosen bestimmt sehr daran interessiert, meinte der Intendant. "Die Franzosen sind absolut nicht glücklich darüber, dass Saudi-Arabien sich für die Scala entschieden hat", so der Intendant.

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