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KULTURPOLITIK

Die freie Kulturszene in der Steiermark sorgt sich um das Geld

Die freie Kulturszene befürchtet Einbußen durch die vorverlegten Wahlen. Die Grazer Stadträtin Lisa Rücker mahnt Fördersicherheit ein, Landesrat Christian Buchmann beruhigt. Von Michael Tschida

Die freie Kulturszene ist in Sorge, dass der Geldhahn versiegt © Fotolia
 

Der Entscheid der Reformpartner SPÖ und ÖVP, die Landtagswahlen auf 31. Mai vorzuverlegen, war für viele ein Schreckschuss. So auch für die freie Kulturszene. Also wandte sich nun die IG Kultur, die Interessenvertretung für mehr als 100 Kulturinitiativen im Land, in einem offenen Brief an Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP): "Erst im Februar wurden die Jahres- und Projektförderungen maßgeblich gekürzt, nun tritt durch die Wahlvorverlegung die nächste Verunsicherung ein", schreibt Caroline Oswald-Fleck im Namen des Vorstandes. Der dringende Appell der IG Kultur: "Die eingereichten Projektförderungen (Einreichtermin 1. April) und auch die mehrjährigen Fördervereinbarungen sollen unbedingt noch vor der Wahl beschlossen werden, um die Arbeit der Kulturschaffenden nicht völlig zu verunmöglichen!"

Existenzgefährdung

"Das andere Theater", Plattform der freien Theatergruppen, beklagt in seinem offenen Brief an Buchmann "die Sparwut bei der Kulturförderung, die die Existenz der bisher ohnehin bescheiden geförderten Theaterschaffenden gefährdet". Kürzungen um bis zu 50 Prozent oder gar Streichungen seien fatale Signale. Die Forderungen an Buchmann: "1. Die Rolle der Freien Theater in Graz und der Steiermark endlich anzuerkennen und im Kulturbudget entsprechend abzubilden. 2. Für angemessene Fördersummen zu sorgen, damit professionell gearbeitet werden kann und faire Gagen bezahlt werden können. 3. Die eingereichten Budgets als realistische Angaben und nicht als utopische Wunschvorstellungen zu werten."

Bei uns melden sich laufend Kulturinitiativen, denen Förderungen vom Land gestrichen wurden. 

Lisa Rücker, Grazer Kulturstadträtin

Die Grazer Kulturstadträtin Lisa Rücker (Grüne) unterstützt die Vorstöße: "Erst letzte Woche hat Landesrat Buchmann mir gegenüber beschwichtigend zum Ausdruck gebracht, dass 2015 annähernd gleich viel Budget zur Verfügung stehe wie 2014 und er keine Absicht habe, die Kleinen zu kürzen. Bei uns melden sich aber laufend Kulturinitiativen, denen Förderungen vom Land gestrichen wurden." Buchmann habe für Planungssicherheit zu sorgen und die Mehrjahresverträge noch vor der Wahl unter Dach und Fach zu bringen.

Buchmanns Ziel unverändert

Landesrat Buchmann selbst betont, dass sein Ziel unverändert sei, noch vor dem Sommer die mehrjährigen Förderverträge des aktuellen Calls für die Jahre 2016-2018 in der Steiermärkischen Landesregierung zu beschließen. "Die diesbezügliche Arbeit des Kulturkuratoriums und der Kulturabteilung ist von der Landtagswahl nicht unmittelbar betroffen. Daher werden die rund 200 eingereichten Anträge in dieser Zeit weiter bearbeitet."
Im Fokus seines Kulturressorts stehe weiterhin die bestmögliche Förderung und nachhaltige Stärkung steirischen Kulturschaffens, insbesondere der freien Szene und der regionalen Initiativen. "Daher sind für 2015 rund zehn Millionen Euro Förderbudget – inklusive der mehrjährigen Fördervereinbarungen – vorgesehen", bekräftigt Buchmann, der davon ausgeht, auch in der künftigen Regierung für die Kulturagenden verantwortlich zu sein. Die allgemeinen Kulturförderungen des Landes betrugen laut jüngstem Kulturbericht (2013) übrigens 13,3 Millionen Euro.

Am Freitag präsentiert die IG Kultur unter dem Titel "Wer muss den Gürtel enger schnallen?" eine Studie zur Entwicklung der Kulturförderung 2010 bis 2015. Caroline Oswald-Flecks Eindruck vorweg: "Es sieht nicht gut aus."

Kommentare (4)

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StockBoss
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Bei Sozialem wird gespart

bei den Behinde.rten, bei Wohnbauförderungen, bei Wirtschaftsförderungen. 1500 Beamte werden abgebaut, Schulen geschlossen, Krankenhäuser zusammengelegt, Gemeinden und Bezirke zusammengelegt.
UND DANN kommt die Kultur und sagt überall anders dürft ihr sparen nur nicht bei uns?!
Geht es noch?
Selbstverständlich muss auch hier gespart werden. Gut ist es dass die Regionale weg ist! Gut ist es, dass die List Halle vom Land an die Familie List verkauft wurde. Die Kulturinitiativen sollen doch schauen Drittmittel aus der Wirtschaft oder von Mäzenen aufzutreiben!

Immer wird nur nach noch mehr Steuergeld geschrien.

Und ja natürlich es muss auch Neues zugelassen werden. Wenn eine tolle neue Kulturinitiative entsteht, dann gehört die gefördert und eine schon lange am Markt bestehende die nicht ganz so gut ist gehört dann eben nicht mehr gefördert!

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10
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vielleicht wird diese Art Kultur

nicht so dringend gebraucht

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klawischnigg
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5
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Vielleicht sind Sie auch zu wenig gebildet,

um das beurteilen zu können...

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Alle sollen / müssen sparen,

aber Genossin RückerIns Lieblinge, diverse "Kulturvereine", freie Theater und afrikanische Veranstaltungen a la chiala africa MÜSSEN das gleiche oder mehr Geld erhalten ?!
SCHLUSS mit dieser Verschwendung und der hunderttausende Euro schweren Förderung von privaten Vereinen und Hobbygauklern !
Wie kommt die arbeitende, steuerzahlende Bevölkerung dazu das Vergnügen diverser Kreise zu finanzieren ?

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