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FESTIVAL

Tomas Zierhofer-Kin wird Intendant der Wiener Festwochen

Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Festwochen-Präsident Rudolf Scholten präsentierten den Nachfolger von Markus Hinterhäuser.

designierter Intendant: Tomas Zierhofer-Kin
Tomas Zierhofer-Kin © (c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
 

Seit August suchten die Festwochen-Verantwortlichen für den nach Salzburg wechselnden Markus Hinterhäuser einen Nachfolger, der „sich in erfolgreicher Führungstätigkeit in den Sparten Schauspiel, Musiktheater, Festivalbetrieb und Konzert bewährt hat“. Mit Tomas Zierhofer-Kin, derzeit Leiter des Donaufestivals in Krems, scheint man diesen nun gefunden zu haben, wie Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Festwochenpräsident Rudolf Scholten bekannt gaben.

ZUR PERSON

Tomas Zierhofer-Kin wurde in Salzburg geboren. Er studierte Komposition, Philosophie, Musikwissenschaft, Gesang und kulturelles Management in Wien und Salzburg. Von 1993 bis 2001 leitete er gemeinsam mit Markus Hinterhäuser das Festival Zeitfluss im Rahmen der Salzburger Festspiele in der Ära Gerard Mortier und Hans Landesmann. Von 2002 bis 2004 entwickelte er wiederum zusammen mit Markus Hinterhäuser die Programmreihe Zeit_Zone für die Wiener Festwochen unter Luc Bondy. Seit 2005 ist Zierhofer-Kin Intendant des donaufestival in Krems, das sich unter seiner künstlerischen Leitung international zu einem hochbeachteten sparten-übergreifenden Festival für zeitgenössische Kunstformen - zwischen Theater, Musik, Performance und bildender Kunst - entwickelte. Zum Mozartjahr 2006 leitete er zusammen mit Max Hollein das Festival Kontrakom in Salzburg.


Der gebürtige Salzburger hatte bereits von 1993 bis 2001, anfänglich noch als Mozarteumsstudent, gemeinsam mit Hinterhäuser das „Zeitfluss“-Festival geleitet und gilt als experimentierfreudiger Kenner und Neuerer der heimischen Kunstszene. Nicht zuletzt deshalb dürfte die Wahl unter den 16 Bewerbern für den begehrten Intendantenjob (160.000 Euro brutto) auf den 46-Jährigen gefallen sein. „Schon bei den Salzburger Festspielen war er der avantgardistische Stachel, ehe er das Donaufestival grundlegend neu ausrichtete und auf den Kalender der internationalen Kunst- und Kulturwelt brachte. Tomas Zierhofer-Kin ist daher der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, freute sich Mailath-Pokorny über seine eigene Entscheidung.


Techno-Partys


Tatsächlich hat der studierte Manager, Philosoph, Komponist und Musikwissenschafter beachtliche Erfolge vorzuweisen. Das Donaufestival formte er in den letzten zehn Jahren dank avancierter Kunst, Popkonzerten, Techno-Partys oder modernen Theaterformen zu einem der angesagtesten Festival des Landes. Zuvor hatte der Trendsetter auch schon als Berater der Münchner Kultursenatorin gewirkt oder in Wien ein italienisches Restaurant betrieben.
In einem ersten Statement zeigte sich Zierhofer-Kin überglücklich. Als Intendant wolle er künftig „einen künstlerischen Ausnahmezustand in der Stadt erzeugen, der als Motor für Utopie und Zukunft fungiert, der mit offenen Armen sowohl der Kunst als auch der Gesellschaft begegnet“, so Zierhofer-Kin.
Das erste von ihm gestaltete Wiener Festival wird 2017 stattfinden. Sein Vertrag ist auf fünf Jahre anberaumt. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Mit welchem Budget der neue Intendant rechnen darf, bleibt vorerst unklar, weil der bis 2016 gültige Vertrag mit der Stadt Wien erst neu verhandelt werden muss. Das Festwochen-Budget hat heuer 14,5 Millionen Euro betragen, 11 Millionen davon kamen von der öffentlichen Hand. 

 

Reaktionen

Euphorisch klingen jedenfalls die ersten Reaktionen auf  Zierhofer-Kins Bestellung. "Das ist genau das, was Wien und die Festwochen brauchen, um sich als Weltstadt der Kultur nicht nur zu behaupten, sondern auch neue Maßstäbe zu setzen", meinte etwa Klaus Werner-Lobo, Kultursprecher der Wiener Grünen.

DIE BISHERIGEN INTENDANTEN

- 1951 bis 1958 lag die Programmgestaltung beim Veranstaltungsreferat des Kulturamtes der Stadt Wien und damit bei Oberamtsrat Adolf Ario.

- 1958 war Rudolf Gamsjäger als künstlerischer Leiter verantwortlich.

- 1960 bis 1964 leitete Egon Hilbert die Festwochen erstmals unter dem Titel Intendant.

- 1965 bis 1977 war Ulrich Baumgartner Intendant der Festwochen.

- 1978 bis zu seinem Tod 1979 war Gerhard Freund Intendant.

- 1980 bis 1984 wurden die Festwochen durch ein vielköpfiges Programmdirektorium geführt (u.a. mit Helmut Zilk, Jörg Mauthe, Hans Landesmann und Sir Rudolf Bing).

- 1984 bis 1987 war Ursula Pasterk Festwochenintendantin.

- 1987 bis 1991 lag die Funktion der Intendanz interimistisch (und ohne Bezüge) bei Kulturstadträtin Ursula Pasterk.

- 1991 bis 1996 war der spätere Burgtheaterdirektor Klaus Bachler Intendant.

- Seit 1997 lag die künstlerische Verantwortung bei einem Dreierdirektorium mit Luc Bondy (Theater), Klaus-Peter Kehr (Musiktheater) und Hortensia Völckers (Tanz und Sonderprojekte).

- 2002 übernahm Luc Bondy die alleinige künstlerische Verantwortung, sein Vertrag wurde dreimal verlängert. Für das Schauspiel war ab 2001 Marie Zimmermann verantwortlich, ihr folgte 2008 Stefanie Carp, die bereits 2005 für ein Karenz-Jahr Zimmermanns das Schauspiel programmiert hatte. 2002 bis 2004 war Hans Landesmann für das Musikprogramm verantwortlich, 2005 übernahm Stephane Lissner die Funktion des Musikdirektors.

- Seit 2014 steht Markus Hinterhäuser als Intendant an der Spitze der Wiener Festwochen. Seine ursprünglich designierte stellvertretende Intendantin und Chefkuratorin Shermin Langhoff legte ihre Funktion im Sommer 2012 - ein Jahr nach der Bekanntgabe - zurück, an ihre Stelle trat die Belgierin Frie Leysen als Schauspieldirektorin. Sie absolvierte lediglich die erste Ausgabe und gab ihren Rückzug bereits vor Beginn der ersten Saison Hinterhäusers bekannt. 2015 und 2016 gibt es mit Stefan Schmidtke im ersten Jahr und Marina Davydova im Folgejahr zwei "Programmkuratoren".

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